Gifhorns Realschulen sind zu verlockend
Gifhorn. Immer mehr Schüler aus umliegenden Gemeinden gehen in Gifhorner Schulen. Im städtischen Schulausschuss beleuchtete Bürgermeister Matthias Nerlich die Schattenseite dieser Entwicklung – und äußerte den Wunsch, dass die Oberschule eine „ersetzende Schulform“ würde. Denn gerade die Realschulen erlebten einen ungeahnten Andrang.
Im Schuljahr 2014/15 wurden 208 Mädchen und Jungen aus umliegenden Kommunen in städtischen Schulen unterrichtet. 318 sind es aktuell. Allein an der Dietrich-Bonhoeffer-Realschule liege die Quote bei 36 Prozent – obwohl die Stadt inzwischen Einzugsbereiche für auswärtige Schüler gebildet habe.
„Es ist auf der einen Seite schön“, sagt Nerlich. Auf der anderen Seite steht aber der Aufwand: „Es sind zehn Klassenräume, die wir brauchen für Kinder aus den Umlandgemeinden. Wir müssen das auf eigene Kappe finanzieren.“ Nerlich appelliert an die Landespolitik, der Oberschule einen anderen Status zu verpassen – nämlich jenen einer ersetzenden Schulform. Bislang müssen Eltern ihre Kinder nicht an eine Oberschule schicken, sondern können sie auch an einer Real- oder Hauptschule in einer benachbarten Kommune unterrichten lassen.
Hilfe erhofft sich Nerlich von der Landespolitik auch in einem anderen Bereich: Die Zahl der Schüler mit Förderbedarf, die im Rahmen der Inklusion an regulären Schulen unterrichtet werden, steigt ebenfalls rapide an. 60 waren es im Schuljahr 2014/15, jetzt seien es 179. Für eine optimale Förderung der Kinder „muss es seitens der Landesregierung andere Lösungen geben“.

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