Entscheidung vertagt: Schule schließt noch nicht
Gifhorn. Vor dem Rathaus protestierten 200 Kinder und Jugendliche lautstark. Innen verfolgten über 50 Eltern und Lehrer das politische Hin und Her in Sachen Stein-Schule. Eine Vorentscheidung zum Aus für diese Schule fällte die Politik am vergangenen Montag nicht: Ein CDU-Antrag, der vorsieht, erst im Frühjahr 2014 über eine „Aufhebung“ zu entscheiden, fand im Ausschuss die notwendige Mehrheit. Eltern- und Lehrer-Vertreter enthielten sich.

Gnadenfrist für die Freiherr-vom-Stein-Schule. Nach Protesten, Diskussionen und zahlreichen Überlegungen in den vergangenen Wochen haben sich die Politiker noch nicht für das Aus entschieden.
Vergeblich hatte Karen Wachendorf (SPD) darauf gedrängt, die Gnadenfrist für die Entscheidung über den Fortbestand der ältesten Gifhorner Schule mit einem zweijährigen Moratorium bis Frühjahr 2015 hinaus zu zögern. Die Schule brauche diese Zeit, damit wieder Ruhe einkehre.
Wie Wachendorf hatte zuvor auch Nicole Wockenfuß (Grüne) die von der Stadt präsentierten Trendzahlen angezweifelt. „Keine konkreten Zahlen, keine konkreten Beschlüsse“, hatte sie der Stadt auch vorgeworfen, die Zukunft der an der Stein-Schule angesiedelten Sprachlernklasse nicht berücksichtigt zu haben.
Michael Anding, Schulelternratsvorsitzender der Stein-Schule, hatte dem Ausschuss 870 Protest-Unterschriften gegen die Schul-Schließung mitgebracht. „Jeden Tag wird eine andere Sau durchs Dorf getrieben“, kritisierte er scharf die Stadtverwaltung, die durch ihre „unzureichende Schulstandort-Planung“ die Eltern mehr als verunsichert habe.
Ohne Diskussionen machte der Fachausschuss den Weg für die Aufhebung der bisher festgelegten Schulbezirke im Gifhorner Stadtgebiet frei. Lediglich Nicole Wockenfuß von Bündnis 90/Grüne stimmte dagegen. Sie hatte gefordert, auch die Eltern in den Ortsteilen darüber entscheiden zu lassen, welche Schule ihr Kind besuchen soll.

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