Beim Duell mit dem Internet liegt Salzgitter-Lebenstedt klar vorne

Beim Duell mit dem Internet liegt Salzgitter-Lebenstedt klar vorne

Der Online-Einkauf kann mit dem Shopping-Erlebnis vor Ort nicht mithalten. Dennoch müssen sich die Geschäftsinhaber in Salzgitter auf den Weg machen, um über das Internet neue Kunden zu gewinnen und alte auf Dauer zu halten. Das ist das Fazit aus dem Kunden-Händler-Talk über den Wettbewerb zwischen Internet-Handel und Innenstadt. Die Wirtschafts- und Innovationsförderung Salzgitter (WIS) und die WEVG Salzgitter hatten im Zuge des Landesprogramms „Ab in die Mitte“ zu der Diskussion eingeladen hatten. Die Moderation übernahm SZW-Redakteur Roland Weiterer.

Sprechen über das Einkaufsduell: Experte Jürgen Block, Frank Ledel vom Vorstand der CityLebenstedt, die Kundinnen Gudrun Hanne und Inka Schudrowitz sowie Moderator Roland Weiterer..

Nach der Begrüßung durch die Geschäftsführer Rainer Krause (WEVG) und Thomas Wetzel (WIS) leitete Jürgen Block, Geschäftsführer der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland, die Diskussionsrunde mit seinem Einstiegsvortrag „Der Onlinehandel als Chance für die Innenstadt – Wertewandel im Einzelhandel“ ein. Der Fachmann wies nach, dass der Einzelhandel in den Städten gegenüber dem Online-Handel noch große Chancen besitzt.

Die Kaufkraft sinkt

Er zeigte einen geringen Umsatzverlust im Einzelhandel in den vergangenen 15 Jahren auf. „Das liegt an der sinkenden Kaufkraft, dem Einwohnerrückgang und der zunehmenden Verwahrlosung und der Austauschbarkeit der Innenstädte durch große Handelsketten“, stellte Block fest. Dagegen habe sich seit Ende der 90er Jahre ein reger Online-Handel entwickelt. Der Umsatz steig von 1999 mit 1,25 Milliarden auf  35 Milliarden Euro im Jahr 2012 – mit Tendenz weiter nach oben.
Als stärkste Warengruppen zählte der Telekommunikations- und Computerartikel mit 30 bis 60 Prozent Anteil am Online-Einkauf, Bücher mit 70 Prozent und Optik sowie Büro – und Schreibartikel mit nur 10 Prozent auf. In einer aktuellen Umfrage sei aber herausgekommen, dass mitunter sogar eine Umkehr vom Online-Kauf zu verzeichnen sei. Immer mehr Kunden würden sich im Internet über Produkte und Preise informieren, aber beim Einzelhändler kaufen, wies Jürgen Block auf die Zukunftschancen für die Geschäftsleute hin.

Angebote und Lieferdienst

Fast die Hälfte der Kunden legten dabei Wert auf ein Einkaufserlebnis mit Gesprächen, Beratung und sensorischen Eindrücken. Block forderte: „Der Einzelhandel muss ein Teil der Internetwelt werden.“ Angebote, Öffnungszeiten, Termine für Beratungsgespräche, Lieferdienste und vieles mehr könnten über das Internet organisiert werden und den  lokalen Kaufleuten neue Kunden zuführen. Darüber hinaus müssten sich, so der Referent. Die Einzelhändler über ihre Werbegemeinschaften mit ihrer Kommune verbünden, um die Innenstädte zu einer Erlebnisstätte umzugestalten.

Im Anschluss an den Vortrag stellte WIS City-Manager Daniel Fiedler das Ergebnis des Einkaufsduells „City Lebenstedt gegen das Internet“. Den realen Einkauf von zehn vorgegebenen Artikeln hat Gudrun Hanne und den Online-Kauf hat Inka Schudrowitz getätigt. Die Kriterien „günstig, Lieferzeit, Service, Erlebniswert“ seien, so Fiedler, an den stationären realen Einkauf gegangen. „Der geringe Zeitaufwand haben für einen Punkt beim Interneteinkauf gesorgt“, fasste Fiedler den nicht repräsentativen Wettbewerb zusammen. In dem „Experiment“ siegte die CityLebenstedt am Ende mit 4:1 Punkten.

Einzelhändler im Vorteil

Im Rahmen der Diskussionsrunde  wurder deutlich, dass der Einzelhandel in Verbindung mit einem eigenen Internetauftritt vor allem mit Fach- und Beratungskompetenz, Empathie, schnellen Lieferzeiten und Zuverlässigkeit über unschlagbare „Bonusqualifikationen“ verfügt. Da das Preisniveau vor Ort oder im Internet sich inzwischen wieder angleiche, schrumpften die Rechtfertigungsgründe für einen Online-Kauf, stellte Jürgen Block fest. „Das ist eine schöne Botschaft für Geschäftsinhaber und die Kunden“, bemerkte Roland Weiterer in seinem Schlusswort.