Schneller als erwartet: Stadt Wolfsburg will Porsche-Schule schließen
Wolfsburg. Das Aus für die Ferdinand-Porsche-Realschule in der Innenstadt kommt schneller als erwartet: Die Verwaltung schlägt vor, den Standort zu schließen und favorisiert eine Fusion mit der Haupt- und Realschule im Schulzentrum Westhagen. Schon ab 2014/15 würden so die fünften Klassen in der Innenstadt-Schule leer bleiben, die gesamte Schule würde 2016/17 umziehen.

1946 wurde die Porsche-Realschule gegründet und erst im Sommer 2008 umfangreich renoviert. Jetzt soll der Standort wegen stadtweit sinkender Schülerzahlen geschlossen werden. Photowerk
Zurzeit ist die Porsche-Realschule knapp zweizügig (37 Fünftklässler). OB Klaus Mohrs kommentiert: „Es hat sich abgezeichnet, dass wir irgendwann eine Realschule zu viel haben. Die Eltern präferieren die Schulzentren, das zeigen die Zahlen. Jetzt muss der Rat entscheiden.“ Lehrer, Eltern und Schüler zeigen sich schockiert.
Stadtsprecher Ralf Schmidt erläutert: „Beabsichtigt ist, dass die drei Schulen in Westhagen ein Konzept für die Oberschule entwickeln und die Kooperation mit dem Albert-Schweitzer-Gymnasium vertieft wird.“ Henri-Dunant-Realschule und Hauptschule Westhagen haben die Oberschule bei der Landesschulbehörde beantragt. Die Porsche-Realschule befand sich auf dem Weg dahin – Eltern strebten aber eine Kooperation mit dem Ratsgymnasium an und hatten schon eine Latein-AG initiiert.
Der Schulausschuss diskutierte am vergangenen Mittwoch nichtöffentlich über die Schließung, danach wurde der Ortsrat Stadtmitte informiert. Ortsbürgermeister Detlef Conradt: „Wir müssen verdauen, dass die Zahlen eine Schließung rechtfertigen. Ich bin hier selbst zur Schule gegangen und hänge an ihr, aber der Plan der Verwaltung scheint ein gangbarer Weg zu sein.“ Auch Adam Ciemniak, Ortsbürgermeister Mitte-West, ist ein Ex-Schüler. Er trauert schon jetzt um „ein Stück Geschichte“ und fragt: „Was passiert mit den Lehrern – und was mit der Fläche?“
Lehrer, Eltern und auch Schüler waren schockiert davon, wie schnell das Ende naht.Elke Schönbeck, Vorsitzende des Schulelternrats, ist auch wütend: „Vor den Sommerferien hieß es, wir hätten alle Zeit der Welt, sollten uns Westhagen aber schon einmal anschauen“, berichtet sie, „und am Montag hat der Schulvorstand noch beschlossen, dass wir Steuergruppen bilden, um Ideen zur Rettung der Schule zu sammeln. Wir fühlen uns verschaukelt!“
Durch die Entwicklung mitgerissen wie in einem Strudel fühlen sich die Lehrer. „Das Gerücht gab es schon länger, jetzt hat es sich bestätigt“, so die kommissarische Schulleiterin Sandra Trümpert-Pätz. Die Kollegen der künftigen Oberschule Westhagen werden sich im September beraten.

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