Eine Woche Action satt in Salzgitters Suthwiesenviertel

SZ-Lebenstedt. So ein Ferienlager hat Salzgitter noch nicht gesehen. Ab Sonntag, 4. August, schlägt die Bildungsgesellschaft Sophia zusammen mit dem Verein Jumpers im Suthwiesenviertel die Zelte auf für ein Actioncamp mit Sport und Spiel, Musik und Kunst, Handwerk und weiteren Angeboten. Die Teilnahme ist kostenslos.

Das Konzept klingt nach Vielfalt, Freiheit und Spontanität. Eine Woche lang bietet das gemeinnützige Unternehmen Sophia auf der Rasenfläche an der Fischerstraße ein buntes Progamm an – in Kooperation mit den Jumpers und der Integrierten Gesamtschule sowie weiteren Vereinen und Organisationen aus Salzgitter. „Wir bauen die Zukunft“ lautet das Motto. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. Die Mädchen und Jungen sollen ihren Visionen einen Ausdruck geben.
Dazu werden 14 Pavillons aufgebaut, die jeweils 18 Quadratmeter groß sind, unterschiedliche Mitmach-Angebote enthalten und auf der Wiese verteilt stehen. Es sind zudem mehrere Freiflächen geplant mit verschiedenen Aktionen. Eingebunden in das Camp namens kidSZitty, das bis zum 10. August täglich von 10 bis 17 Uhr läuft, sind auch die Musikschule, der Kurdische Kulturverein, die Alevitische Gemeinde, die Icefighters, die Salzgitter Steelers und der Karateclub Eagle Fighters.
Los geht es am Sonntag um 10 Uhr, da können die Teilnehmer und Interessierte das Camp kennenlernen und zusammen mit dem Betreuungsteam den Ablauf der Eröffnungsfeier planen, die am Montag um 11 Uhr beginnen soll. Ebenso aktiv sind die Kinder und Jugendlichen an der Abschlusspräsentation beteiligt, zu der auch ihre Familien und die Öffentlichkeit eingeladen werden.
Der Zugang steht allen frei, das Anmeldezelt für das Actioncamp ist nicht zu übersehen, verspricht Veranstalter und Sophia-Geschäftsführer Michael Rolke. Er rechnet mit mindestens 100 Kindern und Jugendlichen, die sich jeden Tag im Actioncamp austoben und viel lernen können. Sein Betreuerstab aus 40 Erwachsenen, von denen viele arabisch sprechen, könnte sich aber auch um weit mehr Teilnehmer kümmern. Da macht sich Michael Rolke keine Sorgen.
Für abwechslungsreiches und internationales Essen ist gesorgt, verspricht Koch Gianluca Calabrese, dessen Verein Super Salzgitter in das Camp eingebunden ist. An der Zubereitung der Speisen sollen sich Teilnehmer oder auch Eltern beteiligen. So hofft es jedenfalls Michael Rolke.
Jeden Nachmittag sollen sich die Jungen und Mädchen um ein Bühnenpodest versammeln, das sie zum Start morgen selbst unter Anleitung bauen werden. Sie zeigen zum Abschluss an jedem Tag sich gegenseitig kleine Szenen aus dem Geschehen. Auch ein Camp-Radio und -TV soll nicht fehlen.
Zu den Förderern gehört die TAG. Sie stellt unter anderem die Rasenfläche zur Verfügung. Beteiligt ist auch die Handwerksgruppe B&O, die jeden Tag drei Fachkräfte schickt, die mit den Teilnehmern Nistkästen bauen oder einen Klingeldraht verlegen. Das Unternehmen hofft, vielleicht den ein oder anderen für eine Auszubildung zu interesieren. „Das ist eine hervorragende Bühne für uns“, sagt Lars Verhoeven, Geschäftsfüher der B&O Nord GmbH.
Geld muss niemand mitbringen. Partner ist das Deutsche Kinderhilfswerk, das aus dem Bundesprogramm „Kultur macht stark“ die Mittel zur Verfügung stellt. „Wir verstehen das Projekt als einen Beitrag zur Würdigung der UN-Kinderrechtskonvention, deren 30-jähriges Bestehen in diesem Jahr gefeiert wird“, so Michael Rolke.

Europas Jugend zu Gast in Salzgitter
„One World – One Future?“ lautet das Projekt, das die Bildungsgesellschaft Sophia am Rande des Action-Camps ausrichtet. 50 Musiker und Künstler von 16 bis 30 Jahren aus Spanien, Portugal, Ungarn, Polen, der Türkei und aus Deutschland sind zu Gast in Salzgitter, Sie beschäftigen sich eine Woche lang mit der „Zukunft der multikulturellen Gesellschaft“, erörtern das Thema theoretisch, aber auch künstlerisch. Das Projekt wird aus dem EU-Bildungsprogramm Erasmus+ gefördert. Die Abschlusspräsentation beginnt am Sonntag, 11. August, um 18 Uhr im Mühlengarten am Schloss Salder.