Feuerstein-Geräte weisen auf eine Siedlung hin
Gifhorn. Der Bau der neuen Gashochdruckleitung von Kästorf nach Westerholz verspricht Einblicke in die Geschichte des Landkreises. Der Grund: Drei archäologische Fundstellen auf der zehn Kilometer langen Trasse sind betroffen. „Besonders interessant ist ein Siedlungsplatz aus der Jungsteinzeit“, erklärt Kreisarchäologe Dr. Andreas Wallbrecht.

Seltene Feuersteingeräte: Kreisarchäologe Andreas Wallbrecht (r.) und Peter Stramm erhoffen sich weitere Fundstücke. Photowerk
Peter Stamm, Mitglied der Archäologischen Arbeitsgemeinschaft, habe bereits vor längerer Zeit auf einem Areal bei Westerholz unzählige Feuerstein-Geräte entdeckt. „Genau an dieser Stelle soll nun die Gasleitung verlaufen“, erklärt Wallbrecht. Klingen, Messer, Stichel und so genannte Kernsteine, die an der Oberfläche lagen, würden auf eine Siedlungsstelle der Jungsteinzeit – etwa 4000 vor Christus – hinweisen. Wallbrecht spricht von einer „aussichtsreichen Fundstelle“.
In unmittelbarer Nachbarschaft haben Wallbrecht und Heinz Gabriel, ehrenamtlicher Beauftragter der Kreisarchäologie, einen Eisenverhüttungsplatz entdeckt. „In so genannten Rennöfen, die ohne Blasebalg betrieben worden, schmolzen unsere Vorfahren Eisenerze, um Metall zu gewinnen“, erläutert der Kreisarchäologe.
Beim Bau der Gashochdruckleitung – zum Verlegen wird ein zehn Meter breiter Streifen angefasst und ein 1,50 Meter tiefer Schacht gegraben – wird in Wesendorf eine weitere Fundstelle berührt. „Es handelt sich um eine bereits dokumentierte Wallanlage“, erläutert Gabriel.
Der Landkreis hat mit der Grabungsbegleitung einen Archäologen aus Brandburg beauftragt. „Die wissenschaftliche Leitung des Projekts liegt jedoch bei uns, wir geben das Zepter nicht aus der Hand“, erklärt Dr. Andreas Wallbrecht, der regelmäßig an den Baubesprechungen für die neue Gasleitung teilnimmt.

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