SPD-Chef Gabriel diskutiert in Westerlinde über geplante Starkstromtrasse

SPD-Chef Gabriel diskutiert in Westerlinde über geplante Starkstromtrasse

Für reichlich Diskussionen sorgt in Westerlinde die geplante 380-kV-Starkstromtrasse von Wahle nach Mecklar, die die 270 Einwohner zählende Ortschaft gleich von drei Seiten umschließen soll. Vor und im Dorfgemeinschaftshaus stellten sich die SPD-Politiker Sigmar Gabriel und Marcus Bosse den verärgerten Bürgern.

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel (Mitte) stellte sich bereits vor dem Dorfgemeinschaftshaus in Westerlinde der Diskussion.

Die Bürgerinitiativen, die sich gegen die Trasse des Bayreuther TenneT-Konzerns zur Wehr setzen, empfingen die Abgeordneten mit Plakaten und Transparenten. SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel und Landtags-Kollege Marcus Bosse suchten den Dialog mit den Vertretern der Initiativen sowie des Netzbetreibers TenneT. Baddeckenstedts Samtgemeindebürgermeister Jens Range und Claus-Jürgen Schillmann vom Landkreis Wolfenbüttel komplettierten die Runde.

Sven Biehl, der die offizielle Stellungnahme der Dorfgemeinschaft vertrug, machte unmissverständlich klar, dass die Verbindung aus bevorstehendem Elektrosmog und der Abgaspartikel der Autobahn 39 zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. „Im schlimmsten Fall Krebs“, so Biehl. „Dieser Belastung wollen und können wir uns nicht stellen.“
Gab es bis zu dieser Diskussion nur die Planungsvariante A02-3, die das „kleine gallische Dorf“ laut Biehl von drei Seiten einkesseln würde, so ergab sich im Verlauf des Abends eine Alternativstrecke (A02-4). Diese würde die Starkstromleitung durch die Niederungen des Asselgraben verlaufen lassen. Für Wolfenbüttels Umweltdezernenten Schillmann schien diese Streckenführung bislang ausgeschlossen. „Ich muss meine Meinung revidieren“, räumte er nach der Debatte ein. Für Gabriel und Bosse ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Eines steht fest: Für die Westerlinder hat eine Erdverkabelung die oberste Priorität. Auch für TenneT? Sollte der Stromnetzbetreiber bei der ungeliebten Streckenführung A02-3 bleiben, dürfte das nach Ansicht Gabriel Klagen mit sich bringen. „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.“ Jedenfalls hat die TenneT-Projektleitung die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren für die Kessel-Variante A02-3 bereits bei der zuständigen Behörde  in Hannover eingereicht.