Inklusion an Schulen: Podiumsdiskussion auf Initiative des Behindertenbeirats Gifhorn
Gifhorn. Inklusion ist eine Frage der Haltung, so die einhellige Meinung der Teilnehmer einer Podiumsdiskussion, zu der der Behindertenbeirat vor gut einer Woche in die Scheune des Deutschen Haus eingeladen hatte. Das Gesetz zur Einführung der inklusiven Schule ist zwar Grundlage, braucht für die Umsetzung aber Ressourcen.
„Ziel sollte sein, Bedingungen zu finden, die Inklusion gelingen lassen“, hatte Hajo Hoffmann voraus geschickt. Jörg Bratz, Grundschulrektor in Wesendorf, berichtete vom Konzept des individualisierten Lernens – und von fehlendem Personal. Frauke Heisterhagen, Rektorin der Meinerser Hauptschule, erzählte mit Lehrer Oliver Wolter von gelungener Inklusion, stellte aber fest: „Wenn Lehrer dabei kaputt gehen, funktioniert es nicht.“ Warum das so ist? „Im Landkreis beträgt die Unterrichtsversorgung mit Sonderpädagogen 65 Prozent“, sagte Elternvertreterin Margarete Oelke-Hofmann. Regelschullehrer decken die restlichen Stunden ab, sind dafür aber nicht ausgebildet, wie Wolter sagte.
Schulbegleiter waren ein weiteres Thema. Christina Maier-Sparenborg (KVHS) hatte den Qualifikationskursus vorgestellt. „Das muss professionalisiert werden“, forderte Fredegar Henze. Eine Schulbegleiterin berichtete, sie habe eins aufs Dach bekommen, weil sie klassenübergreifend gearbeitet hatte – das System zahlt sie für die Begleitung eines bestimmten Kindes. Rolf Amelsberg, beim Landkreis für Soziales zuständig, betonte: Ich kann die Wünsche gut verstehen, aber muss mich an gesetzliche Vorgaben halten.“ Moderator Martin Wrasmann fasste zum Schluss zusammen: „Wenn Gesellschaft nicht inklusiv ist, kann es Schule auch nicht sein.“

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