Betrugsversuch in Gifhorn: Gauner blitzen bei Seniorin ab
Gifhorn. Mit einer besonders dreisten Betrugsmasche versuchen Ganoven derzeit, ältere Mitbürger um ihr Erspartes zu bringen. Gifhorns Polizei, die Awo und das Landeskriminalamt (LKA) warnen vor den Gaunern, die sich am Telefon als Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung ausgeben und Senioren auffordern, Geld zu überweisen.
Bereits am Donnerstag vor einer Woche erhielt eine 72-Jährige aus dem Handwerkerviertel den Anruf eines angeblichen Mitarbeiters der Rentenversicherungsanstalt Berlin – angezeigt wurde tatsächlich die RVA-Nummer. Ein „Herr Heitmann“ drohte der Seniorin mit Rentenkürzung und Rentenpfändung. „Ich sollte 3000 Euro auf ein Konto des Kölner Gerichts überweisen, alternativ sei auch eine Bareinzahlung bei der Postbank möglich – das Geld sollte nach Bangkok gehen“, berichtet die Frau. „Ich habe sofort Polizei und Verbraucherberatung informiert“, so die Rentnerin. Der Betrüger habe danach jedoch noch zwei Mal angerufen. „Beim letzten Mal erschien auf meinem Display tatsächlich die Nummer der Polizei Gifhorn“, so die Rentnerin. Der mutmaßliche Polizist versicherte, dass alles in Ordnung sei – das Geld könne überwiesen werden.
„Mit Hilfe einer technischen Manipulation sehen die Angerufenen in vielen Fällen tatsächlich die Nummer von Behörden“, warnt Stephanie Weiß, Sprecherin des LKA. „Call-ID-Spoofing“ heiße die Methode, die sich die Kriminellen zu Nutze machen.
„Keine Behörde fordert am Telefon dazu auf, Geld zu überweisen“, ergänzt Polizeisprecher Thomas Reuter. Die 72-jährige Frau habe vorbildlich gehandelt, lobt er das Verhalten der Seniorin.
„Allein an dem genannten Donnerstag wurden uns in Gifhorn zwei Fälle gemeldet“, warnt auch Karin Schofer von der Verbraucherberatung der Arbeiterwohlfahrt vor der Abzocke.

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