Zum IS ausgereiste Familie bezog weiter Sozialleistungen
Wolfsburg. Eine zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgereiste Familie aus Wolfsburg mit zwei Kleinkindern hat noch rund ein Jahr lang Sozialleistungen bezogen. Die Zahlungen an das Ehepaar, gegen das wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat ermittelt wird, seien inzwischen eingestellt worden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) am vergangenen Montag mit.
Der Schwiegervater der ausgereisten Frau habe mit deren EC-Karte ein Jahr lang das Kinder-, Arbeitslosen- und Betreuungsgeld abgehoben. Mal habe er dreistellige, mal vierstellige Geldsummen abgeholt. Bei einer Razzia im Haus des Mannes im Februar 2016 sei Bargeld in Höhe von 19.200 Euro sichergestellt worden. Nachdem der Schwindel aufflog, sei der Schwiegervater vom Gericht wegen Betrugs verurteilt worden. Die Familie ist nach LKA-Angaben nach der Ausreise im Herbst 2014 nicht zurückgekehrt. Unklar ist, ob das Ehepaar und seine 2013 geborenen Zwillinge noch leben.
Aus Wolfsburg gab es eine große Ausreisewelle islamistisch radikalisierter junger Menschen in die Kampfgebiete in Syrien und im Irak, nachdem ein IS-Anwerber längere Zeit in der Stadt aktiv war. Bislang sind aus Niedersachsen 82 Extremisten in die Kampfgebiete ausgereist, 33 davon kamen zurück. Eine kleine zweistellige Zahl ist nach Vermutung der Behörden ums Leben gekommen.

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