Wolfsburg: Weniger Blutspenden durch mehr Bürokratie?
Heiligendorf/ Hattorf. Weniger Blutspenden durch mehr Bürokratie? Diese Befürchtung hat der DRK-Ortsverein Heiligendorf-Hattorf. In einem offenen Brief wandten sich jetzt die Ehrenamtlichen an den Blutspendedienst NSTOB in Springe. Hintergrund: Wegen neuer gesetzlicher Richtlinien müssen sich ab 1. Januar 2017 alle Spender mit einem Personalausweis ausweisen.
Bisher reichte der Blutspendeausweis, nur Erstspender mussten den Perso vorlegen. Zukünftig müssen alle Spender den Ausweis zeigen und die Helfer müssen dies mit einer Unterschrift quittieren. Nicht alle wollen das. „Ist das wirklich die Aufgabe von Ehrenamtlichen“, fragt sich Dieter Kalm, Sprecher des Ortsvereins. „Wir sind der Meinung, dass die derzeitig bestehende Regelung ausreichend ist, um einem Spender klar identifizieren zu können“, heißt es in dem offenen Brief. Doch die Änderung wird kommen, daran lässt Tobias Lüttig, Sprecher der DRK-Blutspendedienste in Springe keine Zweifel. „Es gibt Änderungen im Transfusionsgesetz. Wir müssen uns an diese Richtlinie halten.“ Ab August habe man die Ortsvereine informiert, mit Plakaten auf die Änderung hingewiesen. „Uns ist bewusst, dass es für die Spender umständlich ist“, so Lüttig weiter.
Der Ortsverein Heiligendorf-Hattorf informiert auch schon wie andere Vereine seit August über die Änderung. „Wir hatten sogar schon Testläufe, bei dem Spender den Personalausweis zeigen mussten“, so Kalm. Dabei hätten Freiwillige das Spendenlokal verlassen, weil die Wartezeiten zu lang gewesen seien.
Hubert Volkmer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes kennt die Problematik und den offenen Brief. Auch er hat Verständnis für den Unmut der Ehrenamtlichen, weiß aber, dass es nichts zu rütteln gibt an der Richtlinie: „Ich glaube nicht, dass wir deswegen Spender verlieren.“

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