Trotz Rente: Immer mehr Wolfsburger müssen jobben
Wolfsburg. Armut im Alter: Immer mehr ältere Menschen in Wolfsburg brauchen einen Nebenjob, obwohl sie im Rentenalter sind.

Mini-Job: Laut Gewerkschaft gehen in Wolfsburg über 800 Senioren arbeiten – 30 Prozent mehr als 2003.
Nach Angaben der IG Bauen-Agrar-Umwelt waren am Ende des ersten Quartals in diesem Jahr insgesamt 813 Senioren in Wolfsburg als Mini-Jobber beschäftigt. Damit stieg die Zahl der Senioren-Jobber in acht Jahren um 30 Prozent. „Die allermeisten müssen arbeiten, weil sie von ihrer Rente alleine sonst nicht leben können“, so Carsten Bodenbinder.
Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Nord-Ost-Niedersachsen sieht einen Trend: „Immer weniger Menschen in Wolfsburg schaffen es, sich nach einem langen Berufsleben zur Ruhe zu setzen“, so Bodenbinder. Der Gewerkschafter sieht sich in seiner Forderung nach einer „armutsfesten, gesetzlichen Rentenversicherung“ bestätigt.
Besonders groß sei das Risiko von Altersarmut bei Geringverdienern. „Wer sein Leben lang für einen Niedriglohn gearbeitet hat, wird auch im Alter jeden Cent zweimal umdrehen müssen. Das wird morgen die treffen, die heute in Wolfsburg nur mit einem geringen Stundenlohn, mit Zeitarbeit oder mit Mini-Jobs über die Runden kommen. Wir müssen den Dumpinglöhnen, der Leiharbeit und dem Wildwuchs bei befristeten Jobs den Garaus machen“, so Bodenbinder.

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