Tarifstreit: 31.000 Mitarbeiter protestieren vor VW-Hochhaus
Wolfsburg. Eindrucksvolle Protestkundgebung bei VW: 31.000 Beschäftigte folgten vergangenen Dienstag in Wolfsburg einem Aufruf der IG Metall, gegen die Tarifangebote der Arbeitgeber zu demonstrieren. Auch in anderen VW-Werken standen die Bänder still, die IG Metall sprach insgesamt von knapp 50.000 Teilnehmern.

Kampfbereit: IG Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine schwor 31.000 VW-Beschäftigte auf einen möglichen Streik ein. Hensel
Während die IG Metall 5,5 Prozent mehr Einkommen fordert, haben die Metall-Arbeitgeber bislang lediglich 2,3 Prozent angeboten, VW legte für den Haustarif noch gar kein Angebot auf den Tisch. „Das ist dreist, und das wird Konsequenzen haben“, rief VW-Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh den Kollegen vor dem Hochhaus zu. Mit Blick auf den dort tagenden Konzernvorstand erklärte er: „Wir alle hier sind die Guten. Die dunkle Seite der Macht sitzt hinter uns.“ Dem Vorstand warf er wegen dessen Verweis auf die Krise in der Auto-Konjunktur Hinhaltetaktik vor: „Uns geht es deutlich besser als dem Wettbewerb. Andere kämpfen gegen die Krise, wir fahren Sonderschichten.“
Dass VW sich sieben Wochen nach der Gewerkschaftsforderung Bedenkzeit zur Prüfung der Marktsituation auserbeten habe, bezeichnete IGM-Bezirksleiter Hartmut Meine als „intellektuelle Meisterleistung“. Vor der nächsten Tarifrunde bei VW am 27. Mai warnte er: „Ohne vernünftigen Abschluss folgen Urabstimmung und Streik.“
Auch Wolfsburgs IGM-Chef Hartwig Erb und die Vorsitzende der VW-Jugendvertretung Debora Aleo formulierten Forderungen, die Mitarbeiter mit Sprechchören und einem Transparent unterstrichen: „Martin, gib die Kohle her, sonst bau‘n wir keine Autos mehr.“ Und sinnbildlich blies Thomas Nowak (49) aus der VW-Gastronomie dem Unternehmen mit der Trompete den Marsch – mit dem Stück „Was sollen wir trinken?“

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