Historische Bäume in Salzgitter-Thiede gefällt
SZ-Thiede. Zwei Ahorn-Bäume, die am alten Thing (Dorf)-Platz des über 1.200 Jahren alten Ortes Thiede vor dem Dorfkrug standen, sind mit den Kettensägen der Mitarbeiter des Städtischen Regiebetriebs fachmännisch gefällt worden.
Ortsheimatpfleger Hartmut Alder bedauert diese in seinen Augen unnötige und überzogene Aktion. Als früherer Ortsbürgermeister der Ortschaft Nordost habe er als Mitglied der SPD-Fraktion in den vergangenen Jahren diese dorfprägenden Bäume immer an ihrem wichtigen zentralen Ort belassen. Obwohl die Verwaltung sich gegen eine Fällung ausgesprochen habe, sei diese in der letzten Ortsratssitzung beschlossen worden. Zu viel Laub im Herbst und der Schattenwurf auf das Dach hätten die Betreiber des „Dorfkrugs“ bei ihrem Antrag an den Ortsrat vorgebracht, so Alder. Durch krankheitsbedingter Abwesenheit einiger SPD-Ortsratsmitglieder habe die CDU zusammen mit der Bürgerliste für die Fällung gestimmt. Der städtische Regiebetrieb musste den politischen Auftrag schnell umsetzen, da wegen des Vogelschutzes Bäume und Sträucher nur noch bis zum 28. Februar gefällt werden durften.
„An den kläglichen Resten der Baumstümpfe ist eindeutig zu erkennen, dass die Bäume gesund waren und noch 30 bis 40 Jahre dort hätten verbleiben können“, ärgert sich der Ortsheimatpfleger. Damit sei der typische Charakter des alten Dorfplatzes zerstört worden. „Dort wurde bei den Germanen monatlich Recht gesprochen“, erinnert der Historiker. Der Gasthof sei 1835 als Ausspann- und Raststätte für die aus Braunschweig durch Thiede führenden Postkutschen errichtet worden.
Laut SRB-Geschäftsführer Dietrich Leptien übernimmt die Stadt die Kosten für diese Fällaktion. pa

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