Abbensen: Kaffeekannen sind ihre Leidenschaft

Abbensen: Kaffeekannen sind ihre Leidenschaft

Edemissen-Abbensen. Melitta  Balleyer hat ein ungwöhnliches Hobby. Während andere Menschen Trikots von Fußballvereinen, alte Autos, Münzen, Ansichtskarten oder Kronkorken sammeln, schmilzt die 77-jährige Rentnerin aus Abbensen dahin, wenn es um Kaffeekannen geht. Seit mehr als 30 Jahren sammelt sie diese leicht zerbrechlichen Schönheiten aus Porzellan und hat immer noch ihre helle Freude daran.

Melita Balleyer aus Abbensen mit einem Teil ihrer imposanten Sammlung

Sie  hat sie an den Wänden ihrer Scheune oder im Wintergarten unter die Decke gehängt, andere stehen im Regal auf der Diele. Zusammen mit ihrem Mann Gerhard (79) hat sie in der zurückliegenden Woche einmal versucht, eine genaue Stückzahl zu ermitteln. Die Übersicht dabei zu behalten war gar nicht so einfach. „Es müssen etwa 260 Einzelstücke sein“, freut sich Melitta Balleyer.

Angefangen hat alles vor mehr als 35 Jahren. Damals besuchte das Abbenser Ehepaar Verwandte in der ehemaligen DDR (kleiner Grenzverkehr). Melitta Balleyer: „Natürlich haben wir auch was mitgenommen. Unsere Verwandten wollten uns auch etwas Gutes tun und gaben uns unter anderem eine hübsche Kaffeekanne mit auf den Heimweg. Diese bekam einen schönen Platz bei uns zu Hause.“

Ihre Freundinnen und Bekannte sahen dies und schenkten ihr ebenfalls ihre Kannen, die nach und nach ihre Funktion im Leben verloren. Melitta Balleyer: „Eine Frau aus Wipshausen hat mir 13 Kaffeekannen auf einen Schlag geschenkt. Das war natürlich schon was Besonderes.“

Eine andere Kanne hat sie vom Ehepaar von Schwartz aus Abbensen bekommen. Als diese geheiratet haben, gab es natürlich einen Polterabend und nach altem Brauch wird dabei auch Porzellan geworfen. An diesem Abend sollte auch eine hübsche Kaffeekanne dran glauben. Das hat der angehende Ehemann, Alexander von Schwartz, im letzten Moment verhindern können. Das frisch vermählte Paar brachte diese Kanne dann zu Mellita Balleyer. Sie hat sie heute noch.

Sogar per Post bekam die Abbenser Sammlerin einige Exemplare. Andere standen eines morgens einfach auf dem Rasen.

Obwohl Melitta Balleyer selbst sehr viel Freunde an ihren Sammlerstücken hat, freut sie sich immer wieder, wenn auch andere Menschen von ihrer Porzellan-Leidenschaft angetan sind. „Im Sommer halten manche Radfahrer an und bestaunen meine Sammlung, die ich an alte Eggen an der Wand aufgehängt habe. Es freut mich sehr, wenn sich auch andere Menschen davon begeistern können“, erklärt sie.

Arbeit, das machen ihre 260 Kannen schon. Sie müssen hin und wieder abgestaubt werden und einmal im Jahr kommen sie in die Spülmaschine. Die Bemalungen oder die Goldränder würden darunter nicht leiden versichtert sie.

Auf die Frage, ob sie nun genug Kaffeekannen hätte, deutet sich mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf die Decke des Wintergarten: „Sehen sie dort gibt es noch zwei Balken, an denen noch nichts hängt.

Hartmut Heuer