Kaufkraft steigt, Mietpreis steigt: Wohnen in Gifhorn wird immer teurer
Gifhorn. In Gifhorn gibt es immer weniger Wohnraum fürs Geld. Und teuer ist das Pflaster hier sowieso. Eine neue Studie zeigt, wo der Landkreis steht – weit und breit ganz oben.
Wie viel Wohnraum bekommt man für 26 Prozent des deutschen Durchschnittslohns? Dieser Frage ist das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) laut einem Bericht der Wirtschaftswoche nachgegangen. 72,2 Quadratmeter gemietet und 84,4 Quadratmeter gekauft, lautet die Antwort für den Kreis Gifhorn für das Jahr 2017. Vier Jahre vorher waren es noch knapp 4 Quadratmeter zur Miete und gut 10 Quadratmeter gekauft mehr.
Sogar in Braunschweig bekommt man für die 26 Prozent des Durchschnittsnettos mehr Wohnraum gemietet, nämlich 74,4 Quadratmeter, in Wolfsburg sogar deutlich mehr, nämlich 88,2. Auch beim Kaufen liegt Wolfsburg besser da, nämlich bei 90,7 Quadratmetern. Braunschweig dagegen ist in diesem Fall teurer, dort gibt es nur 70,7 Quadratmeter. In der Region schlägt Salzgitter alle: 109,3 Quadratmeter gemietet und 154,4 Quadratmeter gekauft.
Andreas Otto, Geschäftsführer der Gifhorner Wohnungsbaugenossenschaft (GWG), sieht bei den Mietpreisen einen Zusammenhang zur hohen Kaufkraft im Kreis Gifhorn. „Wo viel Geld verdient wird, ist auch der Quadratmeterpreis höher.“ Der Puffer an leer stehendem Wohnraum sei längst aufgebraucht – „Auf Vorrat baut keiner“ –, und die Nachfrage treibe den Preis nach oben.
Hinzu komme, dass in der Vergangenheit zu wenig günstiger Wohnraum geschaffen worden sei. Doch das werde auch immer schwerer, weiß der GWG-Chef. Immer mehr Bauvorschriften und Auflagen zur Energieeinsparung machten Neubauten teurer: „Das ist ein Effekt, der es noch verschlimmert.“

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