Sensationsfund in Gifhorn: Bagger stößt auf riesigen Eiszeit-Findling
Gifhorn. So etwas hat es im Landkreis bisher noch nicht gegeben: Bei Bagger-Arbeiten auf einer Stadtvillen-Baustelle an der Lüneburger Straße wurde in der vergangenen Woche ein mehr als 20 Tonnen schwerer Findling frei gelegt.

Bald ein Werbeträger für Gifhorn? Der riesige Findling, der an der Lüneburger Straße gefunden wurde. Photowerk
Baggerfahrer Klaus Kaufmann war auf den gigantischen Stein gestoßen. „Ich arbeite schon seit 40 Jahren auf Baustellen – so einen Riesenklotz habe ich in meinem Leben jedoch noch nicht gesehen“, so Kaufmann. Der Stein habe in drei Metern Tiefe gelegen.Mit seinem 18-Tonnen-Bagger war es ihm nicht gelungen, den Riesen-Findling auch nur ein paar Zentimeter von der Stelle zu bewegen.
Heinz Gabriel, ehrenamtlicher Beauftragter der Kreisarchäologie, begutachtete den Riesenbrocken und vermaß ihn: „Das ist ein Sensationsfund in Gifhorn.“ Der 3,50 Meter lange und 2,50 Meter hohe Findling aus Granit stamme aus dem hohen Norden. „Er ist in der Eiszeit hierher verschoben worden“, weiß der Experte, der für die Kreisarchäologie schon seit Jahren Baustellen im Kreisgebiet betreut und Ausgrabungen begleitet. Gabriel hat die Baustelle weiter im Blick. Er vermutet auf dem Gelände noch Holzleitungen der so genannte Heller-Quelle, die im Mittelalter für die Wasserversorgung der Stadt angelegt worden war.
Da der Sensationsfindling per Gesetz ein Naturdenkmal ist, darf er vor seinem Abtransport nicht zerkleinert werden. Weg muss er dennoch – was den Beteiligten eine harte Nuss zu knacken gibt. „Wir wollten eigentlich Ende der Woche die Sohle frei haben“, sagt Projektleiter Ralph Geisler von der Baufirma Mennenga. Doch nun muss der Findling erst einmal komplett freigeschaufelt werden, um einschätzen zu können, welche Geräte nötig sind, um ihn in einem Stück abzutransportieren. Eines steht für Geisler schon fest: „Der Aufwand ist nicht zu unterschätzen.“
Gleichwohl sieht Gabriel den Schutz des Steins als Glücksfall. „Es wäre schade drum.“ Immerhin schlage der Findling schon jetzt hohe Wellen. „Ich hatte etliche Anrufe, und zwei Geologen waren schon vor Ort.“ Das Interesse sei groß.
Und so sieht Heinz Gabriel die Zukunft des Findlings als Blickfang und damit Werbeträger für die Stadt in Gifhorn. „Er sollte vor Ort bleiben, zumindest in der Stadt.“ Offenbar gibt es schon einen favorisierten Standort, wo das gefundene Naturdenkmal ein Blickfang für alle Gifhorner und Besucher sein soll: „Meine Vorstellung ist, ihn an der Grünfläche entlang der Ise zwischen Torstraße und Cardenap aufzustellen“, sagt Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich, der mit dem Eigentümer des Fundes – Bauunternehmer und Stadtvillen-Investor Heiko Mennenga – in Kontakt steht. „Das ist eine schön große Fläche, dort fällt der Stein ins Auge“, so Nerlich.

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