Ausbildungsplätze in Salzgitter: Arbeitsagentur für Blick über den Tellerrand
Salzgitter. Die Schere zwischen freien Ausbildungsstellen und jungen Menschen auf der Suche schließt sich weiter. Die Bevölkerung in Salzgitter wird bis 2030 um rund 20 Prozent schrumpfen, daher sei es für die Unternehmen wichtig, frühzeitig die Weichen für qualifizierten Nachwuchs zu stellen, so Harald Eitge, Leiter der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, bei der die Vorstellung der Ausbildungsmarktdaten.
Natalie Maljako kann heute auf die ersten erfolgreichen Wochen ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig blicken. Dabei war ihr Lebenslauf alles andere als gerade. Als sie in der zehnten Klasse war, bekam sie ihren Sohn. „Das schreckt viele Arbeitgeber ab“, berichtet die junge Mutter.
Jörn Pusch, stellv. DLR-Standortleiter, hat sich den Vorurteilen widersetzt. „Wir haben uns bewusst dazu entschieden und das bisher nicht bereut. Gemeinsam mit Betriebsrat und Arbeitsagentur konnten wir die Stelle sehr zügig besetzten.“ Durch den familiären Rückhalt absolviert die junge Frau ihre Ausbildung in Vollzeit.
Unternehmen sollten nicht nur den Klassenbesten suchen, sagt Eitge. „Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich häufig. Wir stehen in persönlichem Kontakt mit den Ausbildungssuchenden und sind behilflich, Stellen auch über andere Faktoren als Schulnoten zu besetzten.“

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