Brennholz wird auch im Raum Wolfsburg immer teurer
Reislingen. Der Herbst ist da – und immer mehr Bürger haben die Vorzüge des Heizens mit Holz erkannt und schaffen sich einen Kamin oder Ofen an. Mit der größeren Nachfrage steigt auch der Preis, wie Ronald von Münster vom Forstbetriebshof in Reislingen im Exklusivgespräch mit hallo Wolfsburg bestätigt. Es wird also immer teurer, in Wolfsburg mit Holz zu heizen.

Der nachwachsende Rohstoff Holz ist klimafreundlich und effizient. Der Forstbetriebshof in Reislingen bewirtschaftet 950 Hektar Stadtwald und noch einmal die gleiche Fläche der niedersächsischen Landesforsten. Foto: djd
„So lange der Gesetzgeber an den Auflagen für das Heizen mit Holz nichts ändert, ist mit einem stetigen Preisanstieg für Brennholz zu rechnen, zumindest in Ballungsgebieten“, sagt von Münster.
Wer langfristig plant und keine körperliche Arbeit scheut, kann ordentlich Geld sparen, beispielsweise durch den Kauf von frisch geschlagenem Holz im Wald. Der Forstbetriebshof pflegt und bewirtschaftet 950 Hektar Stadtwald und noch einmal die gleiche Fläche, die den Niedersächsischen Landesforsten gehört. Überschüssiges Holz wird in so genannten Poltern – Holzstapeln am Wegesrand – gelagert. Diese sind mit Nummern versehen und können beim Forstbetriebshof erworben werden. „Im optimalen Fall haben die Interessierten gleich die Polternummer dabei“, sagt von Münster. Die Quittung für den Kauf dient gleichzeitig als Einfahrerlaubnis in den Wald.
Da das Holz in Form von Stämmen im Wald liegt, ist eine Motorsäge vonnöten, um es in transportfähige Stücke zu zerteilen. „Hierfür wird ein so genannter Motorsägenschein benötigt“, erklärt von Münster. Und noch etwas brauchen die Holz-Heizer, die sich für dieses Modell entscheiden: Zeit. Eineinhalb oder besser zwei Jahre sollten die gehackten Scheite ablagern. Das Verbrennen von Holz mit einer Feuchte von mehr als 25 Prozent ist laut Verordnung zum Bundesimmissionsschutzgesetz verboten.
Das Warten lohnt sich: Beim Forstbetriebshof liegen die Preise pro Raummeter zwischen 34 Euro für Nadelholz und 42 Euro für Buche. Gebrauchsfertig getrocknet und abgelagert, kann der Preis nach von Münsters Einschätzung das Doppelte oder noch mehr betragen (siehe auch Infokasten).
Für das Klima ist das Heizen mit heimischem Holz als nachwachsender Rohstoff übrigens weit besser als mit den fossilen Brennstoffen Öl, Kohle und Gas. Bei der Verbrennung gelangt zwar Kohlendioxid in die Atmosphäre, dies wird von den nachwachsenden Bäumen aber wieder gebunden. In der Summe ist der bewirtschaftete Wald sogar ein Klimafreund, wie Ronald von Münster weiß: „Es gibt ungefähr doppelt so viel Zuwachs, wie Holz verwertet wird.“
| Fast 80 Euro für fertiges Brennholz
Der Forstbetriebshof in Reislingen pflegt und bewirtschaftet insgesamt 1700 Hektar Wald. Ein Teil des Holz-Zuwachses kann von Firmen und Privathaushalten gekauft und selbst abgeholt werden. Hierfür ist ein Sachkundenachweis für die Nutzung von Motorsägen („Kettensägenschein“) notwendig. Pro Raummeter, also je Kubikmeter Holz mit Luft zwischen den Scheiten, verlangt der Forstbetriebshof zurzeit bei Nadelholz 34, bei Birke 36, bei Eiche 39 und bei Buche 42 Euro (zur Selbstabholung, Holz nicht abgelagert). In den kommenden Jahren ist laut Ronald von Münster vom Forstbetriebshof in Reislingen in und um Wolfsburg mit moderaten Preisanstiegen zu rechnen. Gebrauchsfertig ist Brennholz meist doppelt so teuer – es gibt aber deutliche Schwankungen. Der Bundesverband Brennholzhandel und -produktion (BBB) vermeldete in der vergangenen Woche einen aktuellen durchschnittlichen Verkaufspreis in Höhe von 79,57 Euro pro Einheit. Die Holzmenge bezieht sich dabei auf einen Kubikmeter lose geschüttetes Brennholz, das trocken und sofort verfeuerbar ist. |
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