Salzgitters OB verabschiedet vier Spitzenssportler in den Ruhestand
Zu einer Abschiedsrunde hat Oberbürgermeister Frank Klingebiel die Spitzensportler vergangener Jahre ins Rathaus eingeladen. Ihm war es ein großes Anliegen, sich bei den Aktiven zu bedanken, die jahrelang die Farben Salzgitters im Leistungssport vertreten haben. Dazu zählte außer dem dreifachen Olympiateilnehmer Henrik Stehlik auch seine Trampolin-Kollegen Dennis Luxon und Lara Hüninghake sowie die Handballerin Maren Busch, alle von der TG Jugenddorf Salzgitter.

Abschied mit Stadtwimpel und Präsenten beim Oberbürgermeister Frank Klingebiel (von links): Lara Hüninghake, Maren Busch, Dennis Luxon und Henrik Stehlik.
„Ich habe damals schon dran knabbern müssen, als ich von der Amateur-Oberliga in die Fußballkreisliga aus Altersgründen wechseln musste“, erinnerte sich der Oberbürgermeister an seinen Abschied aus dem Leistungssport.
Es sei nicht unbedingt das Alter, erklärte Dennis Luxon, der mit Henrik Stehlik als Spitzentrampolinturner quasi die ganze Welt bereist hat. „Mich haben eine schwere Verletzung beim ersten Versuch auf einem Snowboard zu fahren und ein Unfall im Polizeidienst ausgebremst“, stellte er fest. Er sei aber auf dem besten Weg der kompletten Gesundung. Seiner TG Jugenddorf bleibt er treu und wird in einem Teil seiner Freizeit als Übungsleiter den Nachwuchs trainieren.
Maren Busch hat einfach einen glatten Schnitt vor dem Hintergrund der beruflichen Karriere gezogen. „Entweder ganz oder gar nicht. So ein bisschen mittrainieren funktioniert in der Handball-Landesliga überhaupt nicht. Die Zeit für ein intensives Training bleibt mir einfach nicht“, begründet die Bankkauffrau ihren Entschluss. Zeit für ein wenig Ausgleichssport zum Job als Projektmanagerin bei der NordLB in Hannover werde sie sich auf jeden Fall nehmen.
Mit 26 Jahren ist Lara Hüninghake die jüngste im Quartett, die den Leistungssport quittieren. Die TG-Turnerin hatte noch vor kurzem mit Dennis und Henrik an der Trampolin-WM teilgenommen. Da die Deutsche Meisterschaft erst im Herbst ansteht, geht sie sogar amtierende Deutsche Meisterin in den sportlichen Ruhestand.
Grund für das frühe Beenden ihrer sportlichen Laufbahn ist eine Umorientierung ihres beruflichen Werdegangs. Beim Sportstudium in Stuttgart, das sie mit dem Bachelor abgeschlossen hat, konnte sie noch in einem Trampolin-Leistungszentrum trainieren. Durch den Wechsel in ihrer beruflichen Karriere geht das nun nicht mehr. „Ich möchte Osteopathin werden und mich in München ausbilden lassen“, fällt Hüninghake eine klare Entscheidung zugunsten ihrer Ausbildung.
Sport-Senior in der Runde war der 33-jährige Henrik Stehlik, dem nach den Olympischen Spielen in Athen, Beijing und vor zwei Jahren in London relativ schnell klar war, dass Rio 2016 zu weit weg für ihn war. Der Weltmeister (2003) und Bronzemedaillen-Gewinner von Athen 2004 hat neben seiner sportlichen Karriere erfolgreich das Magisterstudium der Politikwissenschaften, Geschichte und Literaturwissenschaften an der Leibniz Universität verfolgt, Partnerhochschule des Spitzensports, in Hannover.
„Den Leistungssport an den Nagel zu hängen war eine gute Entscheidung. Ich empfinde dabei Dankbarkeit, denn ich habe viele erleben dürfen. Sportliche Ziele benötige ich nicht mehr“, erklärte Stehlik. Er befindet sich mitten in seiner Promotion, die er in etwa zwei Jahren abschließen möchte.
Den Kontakt zum Leistungssport hält er als gewähltes persönliches Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und vertritt die Aktiven, auch im Deutschen Turnerbund ist er Aktivensprecher. „Auf das Trampolin gehe ich aber nicht mehr. Dafür halte ich mich mit Gymnastik und anderen Disziplinen fit und trainiere so ab.“

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