Der nächtliche Lebensretter vom Salzgittersee
Salzgitter hat einen Lebensretter mehr in seinen Reihen. Der 29-jährige Eduard Keller hat in der Nacht zum Freitag eine 40-jährige Frau vor dem Ertrinken bewahrt. Sie hatte dabei irres Glück, dass er sie überhaupt entdeckte.
Reflektoren am Fahrrad können Leben retten. So war es auch am Freitag. Gegen 3 Uhr radelte Eduard Keller bei Minusgraden vom Fredenberg am See entlang nach Hause. Auf Höhe des Parkplatzes an der Humboldtalllee sah er im Schein seiner Stirnlampe in mehr als 50 Metern Entfernung zwei Reifen leuchten.
„Da stimmt was nicht“, sagte sich der 29-jährige Betreiber des Aquarien-Paradieses. Er stellte sein Rad ab und ging über die Wiese zum dunklen Ufer. Zwei Handschuhe lagen auf dem Fahrrad, sonst war alles duster. Mit einer Mischung aus Furcht und Fürsorge näherte sich Keller dem Wasser. Nur ein leises Räuspern war zu hören.
Dann sah er am Randes des Schilfs die Frau, die vermutlich schon fast eine Stunde dort gelegen haben dürfte, wie er später von ihr selber erfuhr. Nur das Gesicht war zu sehen, der Körper hing im Wasser. „Sie war ganz blau und ich dachte, sie ist nicht mehr zu retten.“ Keller, selber Taucher und Angler, stieg mit den Füßen in den See, zog die Frau ans Ufer und rief die Rettungskräfte. Sie kam ins Klinikum. Von dort aus erreichte ihn auch der Anruf am Nachmittag. Keller: „Wir haben lange telefoniert. Sie wollte sich eigentlich das Leben nehmen und hat sich bei mir bedankt.“


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