Sinkende Zuschauerzahlen beim Public Viewing in Gifhorn: Parteien wollen Wirtschaftlichkeit prüfen
Gifhorn. Bei der WM 2006 jubelten beim Public Viewing auf dem Marktplatz noch 2500 Zuschauer. Jetzt war der Ansturm auf die Fanmeile verhalten. Jeweils nur 500 bis 700 Fans wollten die drei Gruppenspiele erleben. Ob es bei der EM 2020 wieder Public Viewing in Gifhorn gibt, ist fraglich.
40.000 Euro hatte die Verwaltung im Etat 2018 für das Event bereit gestellt, rechnete jedoch mit 25.000 Euro Einnahmen aus Stuhlverleih und Sponsoring. Das Interesse an der Fanmeile blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Nun sind die Fraktionen im Stadtrat am Zug: Sie müssen schon in den nächsten Monaten darüber beraten, ob es zur EM 2020 noch einmal ein Public Viewing gibt. „WM-Übertragung und Sommernachtskino sind ein Gemeinschaftserlebnis und tragen zur Attraktivitätssteigerung der Stadt bei“, sagt Rüdiger Wockenfuß von den Grünen. Es müsse aber geprüft werden, „ob Aufwand, Nutzen und Ertrag“ noch in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.
„Wir müssen die Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Veranstaltung tatsächlich auf den Prüfstand stellen“, sagt auch stellvertrender SPD-Fraktionschef Albrecht Düsel. CDU-Chef Thomas Reuter sieht es ähnlich: Das Projekt gehöre angesichts rückläufiger Besucherzahlen auf den Prüfstand. „Inzwischen gibt es Alternativ-Angebote in vielen Kneipen.“
Meike Pollack von der ULG schlägt ebenfalls vor, das Event auf den Prüfstand zu stellen, während es Uwe Fiest von der AfD-Fraktion zu früh findet, schon jetzt das Aus zu beschließen. „Wäre Deutschland weiter gekommen, wären auch die Zuschauerzahlen angestiegen.“

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