Gifhorn: Elternrat hinterfragt IGS-Standort, Kreis sauer
Gifhorn. Der Stadtelternrat (StER) äußert sich unzufrieden mit der Planung des Kreises zum Standort der Integrierten Gesamtschule (IGS) im Stadtgebiet. Der Landkreis reagiert verschnupft: „Neben der Sache“ sei die Kritik, kontert Kreisrätin Evelin Wißmann.

Der Schulelternrat macht sich Sorgen um die Gifhorner Schullandschaft – harsche Kritik weist der Kreis aber zurück.
StER-Vorsitzender Günter Koch stellt den Standort zwischen Lehmweg und Pommernring infrage und wirft der Politik und der Verwaltung zudem vor, „enorme Auswirkungen“ auf die bereits bestehenden Schulen in der Stadt „nicht transparent und ausführlich genug“ erörtert zu haben.
„Wenn sich jetzt herauskristallisiert, dass die zweite IGS nur durch Auffüllen mit abgelehnten Sassenburger Gesamtschülern überhaupt starten kann, stellt sich wieder einmal die Frage nach dem richtigen Standort“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.
„Der Bedarf an Gesamtschulplätzen im Landkreis ist unserer Meinung nach sehr wohl vorhanden, allerdings wohl eher nicht in Gifhorn“, wirft Koch den Verantwortlichen vor, dass „eine transparente Darstellung des Elternwillens in der Elternschaft“ nicht erfolgt sei.
Kritik übt der Stadtelternrat zudem an dem geplanten Umzug von Schülern der neuen IGS ab dem Schuljahr 2014/2015 während der zweijährigen Sanierung der Gebäude am Lehmweg in die alte Fritz-Reuter-Realschule.
Wegen der Baumängel und Schimmel in den Räumen schließt Koch die Nutzung „derzeitig eindeutig aus.“ ei das Gebäude momentan nicht nutzbar.
Die Kreisrätin hält dagegen: Im Rahmen der Planungsgruppe „2. IGS“ seien Auswirkungen auf benachbarte Schulen selbstverständlich mit in die Standortbewertung einbezogen worden, versichert Wißmann und findet es „seltsam“, dass die Kritik gerade am ersten Tag der Anmeldefrist geäußert wurde.
„Wir haben bereits 135 Termine für Anmeldungen. Im Moment sieht es nicht so aus, als sei die IGS Gifhorn auf irgendwelche Unterstützung aus der Sassenburg angewiesen“, erklärt Wißmann. Vielmehr werde die IGS Gifhorn aus sich heraus ein Erfolgsmodell, ist die Juristin überzeugt, dass sich „die Eltern diese Schule zum Glück auch nicht schlechtreden lassen“.
Auch in Sachen alte Reuter-Schule ist sie die Unkenrufe leid: Zwar werden 250.000 Euro für die Sanierung investiert, aber die dienten Schönheitsreparaturen, wie Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich klarstellt. Dass es erhebliche bauliche Mängel sowie Schimmel gebe, sei eine ungerechtfertigte Unterstellung, so Nerlich. (Anm. d. Red.:) Im inzwischen abgerissenen Pavillon hatten die Reuter-Schüler Probleme mit Schimmel, nicht aber im Hauptgebäude.

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