Schmutzwassergebühren: „Keine Retourkutsche“
Gifhorn. Jetzt hat der Rat es beschlossen: Die Rechnung für die Schmutzwasserentsorgung flattert künftig nicht mehr vom Energieversorger LSW ins Haus, sondern vom Abwasser- und Straßenreinigungsbetrieb Gifhorn (ASG), einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Stadt.

Das Wasser, das im Abfluss landet, erzeugt Kosten, die künftig nicht mehr vom Energbieversorger LSW, sondern von dem städtischen Betrieb ASG eingezogen werden. Photowerk
Dass die Stadt jetzt die Gebühren in Eigenregie eintreiben will und den Vertrag mit der LSW gekündigt hat, sei keine Retourkutsche gegen den Energieversorger, wie Britta Blum, Vorsitzende des ASG-Werksausschusses, betont: „Das hat mit der anderen Diskussion mit der LSW nichts zu tun“, beteuerte sie während der Ratssitzung am Montag vor der Abstimmung. Hintergrund: Mit einer Rüge vor der Vergabekammer in Lüneburg hatte die LSW die Gründung der Gifhorner Stadtwerke auf Eis gelegt. Eine Entscheidung vor dem Vergabesenat des Oberlandesgerichts in Celle steht frühestens am 16. April an. Ursprüngliche Pläne aus dem Rathaus hatten einen Start der Stadtwerke noch diesen Jahresanfang anvisiert – der liegt nun in weiter Ferne (Rundblick berichtete mehrfach).
Auch ASG-Chef Peter Futterschneider dementiert auf Rundlick-Nachfrage eine Revanche bei dem Energieversorger: „Mit den Stadtwerken hat die Entscheidung nicht das Geringste zu tun.“ 2003 hatte der ASG einen Vertrag mit dem Wasserwerk geschlossen, welches wiederum die LandE (deren Rechtsnachfolger ist die LSW) mit der Gebührenerhebung fürs Schmutzwasser beauftragte. Insgesamt sei dies keine optimale Konstellation gewesen, so Futterschneider. Zehn Jahre später und mit entsprechender Software sei der ASG zum Gebühreneinzug selbst in der Lage und wolle dies nun auch umsetzen. „Damit sind wir auch näher am Bürger“, so Futterschneider. 13.000 Gifhorner betrifft der Wechsel.
Alle wichtigen Infos zur Umstellung sind in einer Broschüre zu finden, die unter anderem im Bürgerbüro im Rathaus und beim ASG, Winkeler Straße 4, ausliegt. Auch im Internet unter asg-gifhorn.de können sich die Bürger umfassend informieren.

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