Dauerbrenner Wildunfälle: Dem Landkreis Gifhorn droht Negativ-Rekord
Kreis Gifhorn. Das Thema Wildunfälle bleibt ein Dauerbrenner im Kreis Gifhorn. Auch in diesem Jahr steuert der nämlich auf einen neuen Rekord zu. Fachleute appellieren an die Verkehrsteilnehmer, Warnschilder unbedingt ernst zu nehmen und an jenen Brennpunkten deutlich langsamer zu fahren.
In den ersten drei Quartalen des Jahres registrierte Winfried Enderle von der Polizei Gifhorn 989 Wildunfälle. In den vergleichbaren Zeiträumen der Vorjahre kletterten die Zahlen von 808 in 2014 auf 856 in 2015 und 967 in 2016.
Unfallschwerpunkte sind mit dem Warnschild Wildwechsel versehen. Viele Autofahrer realisierten allerdings nicht, was dieses Schild bedeute, sagt Fahrsicherheitsexperte Lutz Dietrich von der Kreisverkehrswacht. In den meisten Fällen seien die Wildwechsel-Warnschilder mit einem Tempolimit gekoppelt, doch auch ohne separates Tempo-70-Schild gelte, die Geschwindigkeit „deutlich zu reduzieren“ – sprich in diesem Fall Tempo 70. Warum ausgerechnet Tempo 70? Das hat auch biologische Gründe, sagt Polizeisprecher und Jäger Thomas Reuter. „Auf alles, was schneller ist als Tempo 70, können Wildtiere nicht mehr reagieren.“ Es sei wildbiologisch erwiesen, dass Hirsch, Reh und Co. höhere Geschwindigkeiten nicht mehr einschätzen könnten. „Auch 80 ist dann schon zu schnell.“ Ein Wildunfall mit erwiesenermaßen mehr als Tempo 70 könne auch rechtliche Konsequenzen haben, betonen Dietrich und Reuter. Zum Beispiel, wenn sich die Versicherung quer stelle. Und werde ein Dritter verletzt, drohten dem Fahrer sogar strafrechtliche Folgen. Wie reagieren, wenn ein Reh oder Wildschwein vor dem Auto auftaucht? Bloß nicht versuchen, auszuweichen, so der Appell von Fahrsicherheitstrainer Dietrich. Sein Tipp: Sofort eine Vollbremsung machen und geradeaus lenken.

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