Diskussion über Katzensteuer in Wolfsburg
Wolfsburg. Soll die Haltung von Stubentigern künftig Geld kosten? Derzeit wird bundesweit über die Einführung einer Katzensteuer diskutiert. Die Wolfsburger Tierschützer sprechen sich allerdings dafür aus, das Hauptaugenmerk stärker auf die aus ihrer Sicht große Zahl von freilebenden Katzen zu legen.
„Es werden ohne Ende Singvögel von Katzen gefressen“, sagt Ralph Schräder, Vorsitzender der Wolfsburger Jägerschaft. Persönlich würde er eine solche Steuer zwar bezahlen, wolle diese aber nicht für andere fordern. „Die Einführung einer solchen Abgabe ist Sache der Politik.“ Er geht allerdings davon aus, dass die Bereitschaft vieler Menschen, einer Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu geben, durch eine solche Steuer sinken würde.
„Ich halte nichts von einer Katzensteuer“, sagt Bärbel Gädke, Vorsitzende des Tierschutzvereins Wolfsburg und Umgebung. „Vielmehr braucht es eine Lösung für die vielen freilebenden Katzen.“ Trotz der seit 2013 bestehenden stadtweiten Kastrations- und Kennzeichnungs-pflicht sei die Zahl nicht registrierter Katzen groß und die Dunkelziffer hoch. Eine Steuer würde gerade auch diejenigen belasten, die sich gut um ihre Tiere kümmerten.
„Das eigentliche Problem sind die vielen streunenden Katzen“, betont auch Claudia Gummert, Schriftführerin bei der Wolfsburger Tierhilfe. Die Einführung einer Steuer würde sie nur dann begrüßen, wenn die Einnahmen zweckgebunden für den Tierschutz bestimmt seien.
„Mit der Kennzeichnungspflicht für Katzen sind wir in Wolfsburg im Vergleich zu vielen anderen Städten schon sehr weit“, sagt Ingo de Weert, Praxismanager aus der Tierarztpraxis Kaltenbrunn in Kästorf. Er geht davon aus, dass die Einführung einer Katzensteuer einen großen bürokratischen Aufwand verursache, der den Nutzen letztlich übersteige.
Bei der Stadt Wolfsburg ist eine Katzensteuer laut Sprecher Ralf Schmidt aktuell kein Thema. Auch gebe es keine belastbaren Zahlen zu den Tieren.

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