Salzgitter AG: Ergebnis 2014 nah an der Gewinnschwelle
Gute Nachrichten kommen von der Salzgitter AG. Der Konzern schrieb in den ersten neun Monaten erstmals nach drei Jahren wieder schwarze Zahlen und erwirtschaftete einen Vorsteuergewinn von 5,5 Millionen Euro – im Vorjahr gab es für den Zeitraum noch ein Minus von 366 Millionen Euro.

Die Salzgitter AG meldet für die ersten neuen Monate 2014 einen Vorsteuergewinn von 5,5 Millionen Euro.
Als „eindrucksvollen Turnaround“ beschreibt das Unternehmen das positive Ergebnis, bei dem sich das konzernweite Sparprogramm „Salzgitter AG“ zunehmend bemerkbar mache. Dazu kommen „erfreuliche Erträge“ aus der Beteiligung bei Aurubis, die allein mehr als 42 Millionen Euro einbrachte.
Besser als 2013, aber noch nicht ganz auskömmlich, lief es bei der Salzgitter Flachstahl. Der Außenumsatz habe sich positiv entwickelt, heißt es, aber die Erlöse sind „unbefriedigend“. Dem Konzern kommt entgegen, dass Erdgas- und Rohstoffpreise gefallen sind. Das Minus nach neun Monaten fällt in dem Bereich mit 3,9 Millionen Euro daher deutlich kleiner aus als vor einem Jahr (-49,3 Mio).
Bei der Gesamtprognose für 2014 bleibt das Unternehmen auf der alten Linie: Bei neun Milliarden Euro Umsatz dürfte sich das Ergebnis zu 2013 verbessern, bleibt vermutlich aber unter der Gewinnschwelle.
Folgend im Wortlaut die Pressemitteilung aus dem Konzern:
Der Salzgitter-Konzern erwirtschaftete in den ersten neun Monaten 2014 einen Vorsteuerge-winn und erreicht damit das erste positive Neun-Monats-Ergebnis seit 2011. Zu diesem ein-drucksvollen Turnaround trugen vor allem die zunehmende Wirkung des konzernweiten Rest-rukturierungsprogramms „Salzgitter AG 2015“ sowie erfreuliche Erträge aus dem Aurubis-Engagement bei. Gegenüber dem Abschluss des ersten Halbjahres verbesserte sich die Net-tofinanzposition spürbar auf 270 Mio. € (30.06.2014: 156 Mio. €). Mit 37% Eigenkapitalquote verfügt der Salzgitter-Konzern über eine solide finanzielle und bilanzielle Basis, um der anhal-tenden Strukturkrise des europäischen Stahlmarktes entgegenzutreten und darüber hinaus das breitgefächerte Portfolio der Geschäftsaktivitäten fortzuentwickeln.
Da für viele Walzstahlprodukte nach wie vor ein Angebotsüberhang bestand, war die Lage des europäischen Stahlmarktes über den gesamten Berichtszeitraum hinweg angespannt. Vor allem aufgrund des preis- und mengenbedingt schwächeren Beitrags des Geschäftsbereiches Handel reduzierte sich der Konzern-Außenumsatz in den ersten neun Monaten 2014 um 6% auf 6.811,5 Mio. € (9 Monate 2013: 7.279,3 Mio. €). Hingegen verbesserte sich das Konzernergebnis auf 5,5 Mio. € Vorsteuergewinn; ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Vorjahr (9 Monate 2013: –365,6 Mio. €). In diesem Resultat sind 42,4 Mio. € Ertrag des Aurubis-Engagements enthalten. Aus –12,2 Mio. € Nachsteuerresultat (9 Monate 2013: –382,7 Mio. €) errechnen sich –0,28 € Er-gebnis je Aktie (9 Monate 2013: –7,13 €). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) lag bei 1,5% (9 Monate 2013: –10,8%).
Entwicklung der Geschäftsbereiche
Der Geschäftsbereich Flachstahl stellte beim Versand das Vorjahresniveau ein, der Außenum-satz entwickelte sich positiv. Insbesondere dank eines gegenüber 2013 erfreulich gesteigerten Resultats der Salzgitter Flachstahl GmbH war das Segment-Vorsteuerergebnis mit –3,9 Mio. € annähernd ausgeglichen (9 Monate 2013: –49,3 Mio. €).
Der Geschäftsbereich Grobblech/Profilstahl profitierte im Berichtszeitraum von einer anzie-henden Ordertätigkeit im Grobblechmarkt sowie von der im April gestarteten Belieferung des South Stream-Großauftrags. Angesichts der Ende 2013 vollzogenen Kapazitätsanpassung bei der Peiner Träger GmbH (PTG) sowie der im ersten Quartal noch schwachen Versandmengen der Salzgitter Mannesmann Grobblech GmbH (MGB) reduzierte sich der Absatz gegenüber Vorjahr. Dennoch erreichte der Außenumsatz des Geschäftsbereiches das Vergleichsniveau aus 2013. Mit 60,1 Mio. € verringerte sich der Vorsteuerverlust spürbar (9 Monate 2013: –313,8 Mio. €, inklusive 185,0 Mio. € Sonderabschreibung bei PTG). Diese Ergebnisverbesse-rung spiegelt insbesondere den Erfolg der zügig umgesetzten Restrukturierung und operativen Optimierung in Peine wider.
Der Auftragseingang des Geschäftsbereiches Energie war in den ersten neun Monaten 2014 geringfügig schwächer als der Vergleichswert. Außerhalb des Konsolidierungskreises konnte die 50%-Beteiligung EUROPIPE den Auftragszulauf mithilfe der Großprojekte South Stream und ETC Rover mehr als verdreifachen. Aufgrund der schlechten Beschäftigungssituation der Salzgitter Mannesmann Großrohr GmbH (MGR) blieb der Absatz trotz Steigerungen bei Präzis- und Edelstahlrohren unter dem Wert der ersten neun Monate 2013. Auch der Außen-umsatz war niedriger als im Vorjahr. Der Geschäftsbereich Energie wies im Berichtszeitraum 20,5 Mio. € Vorsteuerverlust aus (9 Monate 2013: –23,7 Mio. €). Das Resultat war dabei maßgeblich von den beschäftigungsbedingt negativen Resultaten der Leitungsrohrgesell-schaften geprägt. Die Präzisrohr-Gruppe schloss nicht zuletzt wegen der Effekte der Maß-nahmenprogramme wieder ausgeglichen ab, die Salzgitter Mannesmann Stainless Tubes-Gruppe erwirtschaftete einen bemerkenswerten Gewinnbeitrag.
Infolge eines geringeren Absatzes des internationalen Tradings reduzierte sich die Versand-menge des Geschäftsbereiches Handel gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Zusammenspiel mit dem rückläufigen Preisniveau verminderte sich auch der Außenumsatz. Wegen der ungünstigen Margenentwicklung blieben die 16,1 Mio. € Gewinn vor Steuern hinter dem Vergleichswert zurück (9 Monate 2013: 27,6 Mio. €).
Die KHS-Gruppe verzeichnete gegenüber dem äußerst starken Verlauf des Jahres 2013 in den ersten neun Monaten 2014 einen schwächeren Auftragseingang. Trotz gesteigerter Orderzuläu-fe der DESMA-Gesellschaften gilt dies gleichermaßen für den gesamten Geschäftsbereich Technologie. Hingegen wurde der Außenumsatz insbesondere infolge eines Zuwachses bei der KHS-Gruppe ausgeweitet. Das Segment erwirtschaftete mit 13,2 Mio. € einen im Vergleich zur Vorperiode nochmals gesteigerten Gewinn vor Steuern (9 Monate 2013: 4,7 Mio. €). Bei der KHS-Gruppe stützten verbesserte Margen im Projektgeschäft und Beiträge des „Fit4Future“-Programms diese erfreuliche Entwicklung. Auch die KDE-Gruppe sowie die KDS trugen maß-geblich zum höheren Ergebnis bei.
Der großenteils vom Halbzeug- und Servicegeschäft mit Tochtergesellschaften generierte Um-satz des Bereiches Industrielle Beteiligungen/Konsolidierung kam unterhalb der Vorjahresperi-ode aus. Der Gewinn vor Steuern belief sich auf 60,8 Mio. € (9 Monate 2013: –11,1 Mio. €). Er ergibt sich aus 42,4 Mio. € Ertrag des Aurubis-Engagements (9 Monate 2013: –45,9Mio. € als at equity-Beitrag) sowie einem positiven Ergebnisbeitrag der übrigen Konzern-Unternehmen.
Prognose
Der Geschäftsbereich Flachstahl rechnet für den restlichen Verlauf des Geschäftsjahres mit einem saisonbedingten Rückgang seines Geschäftsvolumens. In Verbindung mit den noch unbefriedigenden Erlösen werden geringere Umsätze als im Jahr 2013 erwartet. Infolge gefal-lener Rohstoff- und Erdgaskosten sowie einer Beschäftigungszunahme sollte sich jedoch ein signifikant verbessertes Vorsteuerresultat einstellen, das dennoch negativ bleibt.
Eine nachhaltige Erholung des Profilstahlsektors ist weiterhin nicht erkennbar. Die Anfragetä-tigkeit des Stahlbaus bewegt sich auf schwachem Niveau und die Vergabe von Projekten er-folgt sehr kurzfristig. Hingegen verzeichnet das Grobblechgeschäft eine moderat positive Marktentwicklung. Der Geschäftsbereich Grobblech / Profilstahl antizipiert im Vergleich zu 2013 – auch wegen des vollständig umgesetzten 1-Mio.-t-Konzepts in Peine – einen Umsatz-rückgang und zugleich einen deutlich reduzierten Verlust vor Steuern.
Nachdem sich die Beschäftigungssituation der at-equity einbezogenen EUROPIPE am Stand-ort Mülheim mit Beginn der Produktion des Großauftrags South Stream erheblich entspannt hat, wird sich auch die Lage der US-Gesellschaften ab dem vierten Quartal wegen des Auf-trags für das Pipelineprojekt ETC Rover verbessern. Die übrigen deutschen Werke im Lei-tungsrohrbereich verzeichnen eine geringfügig bessere Auslastung. Die Präzisrohr-Gruppe erwartet im Schlussquartal einen leichten Mengenrückgang. Bei den Edelstahlrohren dürfte sich die bisherige gute Entwicklung auch in den letzten Monaten fortsetzen. In Summe wird für den Geschäftsbereich Energie ein gegenüber 2013 merklich gesteigertes, aber noch negati-ves Ergebnis vor Steuern prognostiziert.
Der Geschäftsbereich Handel geht für das laufende Geschäftsjahr von einem insgesamt unter Vorjahr bleibendem Geschäftsvolumen aus. Vor dem Hintergrund stagnierender Preise dürfte voraussichtlich auch das Vorsteuerergebnis unterhalb des Vergleichsniveaus auskommen. Dabei kalkuliert der lagerhaltende Handel trotz einer Absatzausweitung mit einem margenbedingt nahezu stabilen Ergebnis, während im internationalen Trading ungeachtet rückläufiger Volumina ein immer noch zufriedenstellendes Resultat erwartet wird.

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