Telefonaktion der Salzgitter-Woche liefert viel Wissenswertes zum Thema Organspende
Großes Interesse hat die Telefonaktion zur Organspende hervor gerufen, die die Salzgitter Woche zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung angeboten hat. Die Redaktion hat einige wichtige Fragen und die Antworten der Beraterinnen zusammengefasst:

Die Organe werden oft per Helikopter eingeflogen: Bei einer Transplantation dürfen die Helfer keine Zeit verlieren.
Unter welchen Voraussetzungen können einem Toten Spenderorgane entnommen werden?
Zum einen müssen zwei Ärzte, die nichts mit der Transplantation zu tun haben, unabhängig voneinander den Hirntod zweifelsfrei feststellen. Zum anderen muss für die Entnahme eine Einwilligung vorliegen – entweder vom Verstorbenen (am besten auf einem Organspendeausweis) oder die Angehörigen stimmen im Sinne des Verstorbenen einer Entnahme zu.
Wie viele Menschen kommen denn überhaupt als Organspender in Frage? Der Hirntod ist doch extrem selten, oder?
Ja, jährlich sterben in deutschen Krankenhäusern rund 400.000 Menschen, davon nur etwa ein Prozent am Hirntod. Die meisten Menschen sterben am Herztod. Deshalb kommen nur sehr wenige Verstorbene als Organspender in Betracht. Vom Hirntod spricht man, wenn die Gehirnfunktionen bereits erloschen sind, das Herz-Kreislauf-System aber auf der Intensivstation durch eine entsprechende Therapie noch aufrechterhalten werden kann.
Wenn ich mich für die Organspende entscheide – wird dann im Fall eines schweren Unfalls wirklich alles für mich getan?
Ja, denn Ziel aller medizinischen Maßnahmen ist es, das Leben des Patienten zu retten. Kommt aber ärztliche Hilfe zu spät oder sind die Unfallfolgen zu weit fortgeschritten, kann der Patient mitunter nicht mehr gerettet werden. Wurde im Krankenhaus der Tod durch vollständiges irreversibles Hirnversagen festgestellt, können Kreislauf und Atmung aber künstlich aufrecht erhalten werden, dann erst stellt sich die Frage einer Organspende. Die Intensivmediziner haben mit Organentnahme und Transplantation nichts zu tun.
Wird von sehr alten Menschen im Fall einer Organspende auch noch ein Herz transplantiert?
Organspendern, die zum Zeitpunkt des Hirntodes 65 Jahre oder älter sind, wird in der Regel das Herz nicht mehr entnommen. Anders sieht es zum Beispiel mit den Nieren und der Leber aus. Diese Organe werden dann vor allem älteren Patienten transplantiert und es bestehen gute Aussichten, dass sie noch lange problemlos arbeiten.
Ich bin 75 Jahre alt und wollte eigentlich keinen Organspendeausweis mehr ausfüllen. Aber meine Tochter meint, schon wegen der Nieren lohnt es sich. Stimmt das?
Ja, sowohl die Nieren als auch die Leber können wesentlich länger funktionstüchtig sein als ein Mensch leben kann. Das hängt damit zusammen, dass diese beiden Filterorgane sich immer wieder regenerieren.
Ich bin Diabetiker. Ist es da überhaupt sinnvoll, sich einen Spenderausweis zu besorgen?
Ja, denn ob der Zustand und die Funktion der Organe eine Entnahme rechtfertigen, kann erst im Falle des Hirntodes entschieden werden. Es ist jedoch sinnvoll, schwere Erkrankungen auf dem Ausweis zu vermerken. Fünf Jahre nach einer Krebserkrankung wäre zum Beispiel eine Spende wieder möglich.
Wann wäre denn eine Organspende völlig ausgeschlossen?
Bei einer akuten Krebserkrankung zum Todeszeitpunkt und bei einer HIV-Infektion.
Wenn man einen Organspendeausweis hat – müssen sich dann die Angehörigen im Fall eines Hirntodes nicht für oder gegen eine Organentnahme entscheiden?
Nein, der Wille des Verstorbenen hat Vorrang. Ist das Einverständnis des Verstorbenen dokumentiert, so ist eine Organentnahme rechtlich zulässig. Die Angehörigen werden darüber informiert.
Weitere Informationen
Das gebührenfreie Infotelefon Organspende 0800/90 40 400 ist von Mo.-Fr. von 9 – 18 Uhr für Fragen zur Organspende zu erreichen. Viele Infos gibt es online unter www.organspende-info.de.

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