Der Flitzer aus Wolfsburg schockiert die ganze Welt
Berlin. Er hat es schon wieder getan – und jetzt die ganze Welt geschockt: Ein 35-Jähriger aus Wolfsburg, der zuletzt beim Bundesligaspiel von Hannover 96 gegen Augsburg übers Feld flitzte (kl. Foto), störte vergangenen Sonntag den Berlin-Marathon: Er überwand die Zuschauer-Absperrung und lief vor Weltrekordler Wilson Kipsang mit erhobenen Händen ins Ziel.

Nicht aufzuhalten: Mit Werbung für eine Hostessen-Internetseite auf dem Trikot überquerte der Wolfsburger Davide Noto (35) vor Weltmeister Wilson Kipsang die Ziellinie beim Berlin-Marathon. Das löste eine Sicherheits-Debatte aus.
Erst zwei Wochen ist es her, dass der Wolfsburger Davide Noto beim Bundesligaspiel in Hannover vom DFB mit Zahlung einer Strafe von mehreren Tausend Euro belegt wurde. Das hielt ihn nicht davon ab, jetzt erneut zu provozieren. Auf einem gelben Trikot mit der Werbebotschaft für einen Hostessen-Service im Internet prangte auch eine Startnummer (F7527), sie gehörte einer weiblichen Marathonteilnehmerin.
So mischte er sich unter die Zuschauer an der Ziellinie, sprang über die Barriere und stahl Wilson Kipsang für einen Moment die Show: Er durchriss das Zielband vor dem Kenianer. Die Veranstalter übergaben den 35-Jährigen der Polizei und erstatteten jetzt Anzeige wegen Hausfriedensbruch.
Peinlich und erschreckend ist der Vorfall, weil Sicherheitsvorkehrungen nach dem Bombenattentat vom Boston-Marathon stark verschärft worden waren. Auch die internationale Presse berichtete deshalb, und in Wolfsburg wird diskutiert. Herbert Groenke, ehemals Badleiter, hatte das Drama in Bosten persönlich erlebt und ist empört von der Aktion des Bordell-Flitzers. „So macht man sportliche Veranstaltungen kaputt!“, schimpft er. Ratsherr Werner Reimer (CDU), Marathon-Läufer und gleichzeitig als MTV-Vorsfelde-Chef Veranstalter beim Eberlauf, weiß: „Ein Restrisiko bleibt bei öffentlichen Läufen immer.“
Ob von Seiten des Berliner Veranstalters SCC Events mit einer weiteren zivilrechtlichen Klage zu rechnen ist, steht noch nicht fest. Der Berliner Innensenator Frank Henkel sprach von einem „unsportlichen Vorfall“. Renn-Direktor Mark Milde erklärte, er sei „verärgert“. Der Sieger Wilson Kipsang sagte verblüfft: „Ich dachte, das wäre einer der Organisatoren“.

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