Bauarbeiter sind zurück in der Delle in Salzgitter
Die Einfahrt zur Delle in Gebhardshagen ist wegen der Leitungsarbeiten gesperrt. Foto: rk

Bauarbeiter sind zurück in der Delle in Salzgitter

SZ-Gebhardshagen. WEVG und der Avacon lassen im Straßenzug Delle die Gas- und Wasserleitungen noch einmal sanieren. Grund für die Rückkehr der Arbeiter ist nach Angaben der Unternehmen eine fehlerhafte Einstellung eines Schweißgerätes.

Eigentlich war alles erledigt. Die teils undichten Rohre wurden bereits 2015 ausgetauscht. Bei Routinekontrollen nach Abschluss der Bauarbeiten stellte sich heraus, dass das von der Leitungsbaufirma eingesetzte Schweißgerät für die Kunststoffrohre nicht fachgerecht kalibriert war und daher mit einer zu hohen Temperatur gearbeitet hatte. Die Kalibrierung findet in regelmäßigen Abständen in einem externen Fachbetrieb statt und wird mit einem entsprechenden Prüfzeugnis bescheinigt.
Die Leitungsbauer konnte daher beim Einsatz davon ausgehen, dass das Schweißgerät korrekt eingestellt war. Doch der Temperaturbereich war nicht optimal. Deshalb ist nicht verbindlich sichergestellt, dass die Verbindungen über die gesamte Lebensdauer der Leitungen fest genug bleiben. Undichtigkeiten sind zwar äußerst unwahrscheinlich, heißt es bei WEVG und Avacon, dennoch wollen beide Firmen „der Sicherheit oberste Priorität einräumen“.
Aus diesem Grund haben sich die für die Wasserleitung (WEVG) und die Gasleitung (Avacon) zuständigen Firmen entschlossen, die betroffenen Leitungen noch einmal zu ersetzen und außer Betrieb zu nehmen, sobald die neuen Leitungen zur Verfügung stehen. Die Baumaßnahme soll um den Jahresanfang 2017 abgeschlossen sein – gutes Wetter vorausgesetzt.
Die Leitungsverlegung erfolgt wie erneut in offener Bauweise. In der Delle wird es zeitweise zu Beeinträchtigungen des Verkehrs und zu Einschränkungen bei der Zufahrt zu einzelnen Grundstücken kommen. Die vom Straßenzug abzweigenden Straßen Am Galgenberg und Braunsberg werden ebenfalls nur erschwert zu erreichen sein. Die bauausführende Firma Rohrleitungsbau Münster GmbH & Co KG ist bemüht, die Einschränkungen so gering wie möglich zu halten, heißt es in einer Pressemitteilung. WEVG und Avacon hoffen auf das Verständnis der Anwohner und Verkehrsteilnehmer.

Ärger mit uneinsichtigen Autofahrern

Die Polizei hat den Eindruck, „dass manche Verkehrszeichen von einigen Verkehrsteilnehmern als unverbindliche Information und nicht als Anordnung angesehen werden“, so Markus Müller, Leiter der Polizeistation Gebhardshagen. Die Sperrung der Straße „Vor der Burg“ ist selbst unmittelbar nach dem Aufbringen des noch warmen neuen Fahrbahnbelages missachtet worden. Die Polizei spricht von „Ignoranz von Absperrungen“ im Baustellenbereich. In der „Delle“ ist die Durchfahrt für „Fahrzeuge aller Art“ durch Verkehrszeichen und halbseitig aufgestellten Sperrgittern untersagt – lediglich Linienbusse sind ausgenommen. Dennoch mussten hier am Montag in eineinhalb Stunden 14 Fahrer mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro verwarnt werden, weil sie die Sperrung missachteten. Weitere Fahrzeuge wurden beim Wenden vor den Absperrungen beobachtet, als die Fahrer den Streifenwagen erkannten. Müller: „Auch künftig werden die Beamten den Absperrbereich wohl überwachen müssen, weil eine entsprechende Einsicht der Verkehrsteilnehmer nicht zu erwarten ist“.