Ausblick: Handwerk hat viel zu tun, Hotellerie erwartet mehr Konkurrenz
Größerer Wettbewerb durch das neue Hotel am Nordkopf befürchtet.

Ausblick: Handwerk hat viel zu tun, Hotellerie erwartet mehr Konkurrenz

Wolfsburg. Mit gemischten Gefühlen gehen Handel, Handwerk und Hotellerie ins neue Jahr: Zuversicht und Skepsis halten sich die Waage.

Größerer Wettbewerb durch das neue Hotel am Nordkopf befürchtet.

Fast rosarot sind die Aussichten fürs heimische Handwerk. „Das erste Halbjahr 2012 sollte genauso gut verlaufen wie das letzte halbe Jahr“, prognostiziert Kreishandwerksmeister Matthias Schultz. Und da konnten sich die Betriebe nicht beschweren, die Auftragsbücher waren und sind prall gefüllt. Gründe für den Optimismus sind einerseits städtische Aufträge (Schul- und Kindergarten-Modernisierungen), zudem ein allgemeiner Aufwind in der Branche. Schultz: „Für das zweite Halbjahr lässt sich aber noch keine Prognose abgeben.“

Matthias Lange ist eigentlich Berufsoptimist, ins neue Jahr blickt der Wolfsburger Einzelhandelschef dennoch eher abwartend: „Seit Jahren jagt eine Krise die nächste, auch wenn vieles nur gefühlte Krisen waren“ – Wolfsburg und speziell Volkswagen kamen immer gut durch. Die Sorge um den Euro mache Vorhersagen für die Geschäftsentwicklung diesmal aber schwierig. An große Sprünge nach oben wagt Lange kaum zu glauben: „Vielleicht stagnieren die Umsätze, was unterm Strich einem Minus entspricht.“ Dabei könnte Wolfsburgs Einzelhandelslandschaft durch neue Anbieter deutlich an Attraktivität gewinnen: „Aber da sehe ich zurzeit leider keine Weiterentwicklung.“

Für die Hotellerie sei 2011 ein gutes Jahr gewesen, sagt Dehoga-Vorsitzender Wolfgang Strijewski: „Da können wir wirklich zufrieden sein.“ Skeptisch sei man im Hinblick auf den größeren Wettbewerb durch das neue Hotel am Nordkopf: „Hier muss auch gezielt für die zusätzliche Auslastung gesorgt werden, die man dafür benötigt.“ In der Gastronomie sei das Jahr durchwachsen verlaufen, eigentlich gelte die gleiche Erkenntnis wie seit Jahren: „Die Systemgastronomie verbucht ein Plus, die kleinen Kneipen um die Ecke sterben – und mit ihnen ein Stück Lebensqualität.“