Werbegemeinschaft Salzgitter-Bad dem Onlinegeschäft auf der Spur
Der Vorstand der Werbegemeinschaft Salzgitter-Bad aus Anette Leichtmann, Sabine Kaiser und Carola Kohring holten Andreas Haderlein nach Salzgitter. Foto: AG

Werbegemeinschaft Salzgitter-Bad dem Onlinegeschäft auf der Spur

SZ-Lebenstedt. Das Phänomen des Online-Shoppings wächst und wächst – zum Leiden vieler stationärer Einzelhändler, die das Internet oftmals als Konkurrenz und Bedrohung ansehen. Dabei kann das Web mit der richtigen Strategie auch eine Bereicherung sein, ist sich die Werbegemeinschaft Salzgitter-Bad sicher und lud zum Impulsvortrag „Das Internet als Chance nutzen – der lokale Online-Marktplatz als Werkzeug zur lokalen Kaufkraftbindung“ ins Kultiplex-Kino ein.

46 interessierte Zuhörer fanden am Abend Zeit für den rund zweistündigen Vortrag, nahmen Platz in einem der Kinositze. Als Referent hatte die Werbegemeinschaft den Wirtschaftspublizisten und Innovationsberater Andreas Haderlein nach Salzgitter kommen lassen. Er stellte unter anderem das Projekt „Online City Wuppertal“ vor, welches er betreute. Ziel war es, den zeitgemäßen Onlinehandel mit dem traditionellen Einzelhandel zu verknüpfen, um zentrale Standorte wiederzubeleben, erklärte Haderlein.
„Lebensqualität ist nicht mehr nur darüber definiert, was ich vor Ort und Stelle kaufen und erleben kann. Heute gibt es eine digitale Lebensqualität und dazu gehört auch bequemes Einkaufen im Internet.“
Der digitale Wandel geht an keinem spurlos vorbei, ist sich der Frankfurter sicher. „Investitionen in elektronische Warenwirtschaft und Onlinemarketing sind alternativlos. Wer dort nicht in den nächsten Jahren investiert, hat ein Problem.“
Sabine Kaiser, Vorsitzende der Werbegemeinschaft, sieht das ähnlich: „Als lokale Einzelhändler und Dienstleister müssen wir uns verändern. Wir müssen mit der Zeit gehen, ansonsten gehen wir mit der Zeit.“
Leerstand und sinkende Kundenzahlen seien derzeit das Hauptproblem in Salzgitter, berichtet Kaiser. „Viele Sortimente sind nicht mehr abgedeckt, weswegen die Kunden gar nicht mehr in unsere Stadt gehen.“ Eine stärkere Verantwortung müsse nach Kaiser künftig die Politik und Verwaltung übernehmen: „Eine lebendige Stadt, wie es die Politik will, entsteht nur mit einem funktionierenden Einzelhandel.“ Ihre Botschaft des Abends: „Wir wollen unsere Kollegen motivieren, Mut zur Veränderung zu zeigen und an die Politik appellieren, benötigte Fördertöpfe zur Verfügung zu stellen.“