Weltraumschlacht made in Salzgitter: Guter Start für Softwaretüftler

Weltraumschlacht made in Salzgitter: Guter Start für Softwaretüftler

Sie sind unterwegs in unendlichen Weiten – und das mit Erfolg: „Jaeger Strike“ heißt das Computerspiel für Android-Smartphones und Tablets, mit dem zwei Softwaretüftler aus Salzgitter den internationalen Markt erobern wollen. Mediendesigner Markus Bock und Informatik-Student Benjamin Scervino von der Ostfalia laden ein zu einer Weltraumschlacht mit tausenden Jagdfliegern.

Freuen sich über den Erfolg ihres Weltraumspiels: Markus Bock und Benjamin Scervino.

„Der Spieler steuert ein Raumschiff und ist Teil einer Befreiungsflotte, die im Jahr 2.837 üble Weltraumpiraten bekämpft“, stellt Bock die Grundzüge des Spiels dar, bei dem die Piloten für die gute Sache auf den Feuerknopf drücken und das Nutzer ab zwölf Jahren ansprechen soll. Auf die Kämpfer warten zehn Ebenen mit drei Schwierigkeitsstufen, pro Level ist mit 300 bis 500 Attacken der Gegner zu rechnen. So ein Weltraumeinsatz im Wohnzimmer kann da mal eben bis zu sechs oder gar sieben Stunden dauern.
Das Spiel schoss bei der Veröffentlichung im Herbst los wie eine Rakete, landete im google-Play-Store auf Platz 30 der Neuerscheinungen, schaffte Rang fünf bei den Action-Spielen, bei denen sich „Jaeger Strike“ laut Bock mittlerweile auf Platz 100 eingependelt hat. Bis heute seien es mehr als 7.000 Downloads. Aber nicht nur die Zahlen erfreuen die Macher, sondern vor allem die Bewertungen – zum Teil gaben ihnen die Nutzer fünf von fünf Sternen.
Ihre Freude über den gelungen Anfang wird nur getrübt durch die realen Übeltäter in der Computerwelt, die ihr Spiel schon geknackt haben und es unter ähnlichem Namen

in Asien vermarkten. „Sicherheit gibt es nicht mehr, alles kann geknackt werden. Selbst wenn wir unser Spiel absichern würden, hätten solche Produktpiraten nur ein paar Stunden mehr Aufwand, um an ihr Ziel zu kommen“, erklärte Scervino, der für die Strukturen für „Jaeger Strike“ verantwortlich zeichnet, während sein Partner das Design entwickelt hat. Bis zu 18 Stunden täglich waren sie am Ende damit beschäftigt, das Weltraumszenario zu vollenden. Mittlerweile gibt es das Spiel auch bei Amazon und im Windows-Store, außerdem sind die Jäger aus Salzgitter auch in vielen Nischen-Märkten unterwegs.
Von der Idee bis zum fertigen Produkt haben sich die beiden  Entwickler wie am Experimentiertisch gefühlt. „Wir mussten uns erst die passenden Software-Werkzeuge besorgen, mit ihnen umzugehen lernen, ehe wir überhaupt die eigentliche Idee umsetzen konnten“, beschreibt Scervino den langen und teuren Weg bis zum fertigen „Jaeger Strike“. Sie haben für dieses Spiel bewusst den Germanismus „Jaeger“ in der amerikanischen Umgangssprache benutzt. Unter dem Label  „Uberactive Game Studios“ wird der Spaß vermarktet. Ihre Firma, die Bock und Scervino gegründet haben, trägt den Namen „Salzgitter Softworks“.
Zurzeit wird der Bekanntheitsgrad über alle sozialen Medien gesteigert. „Wir müssen als unbekannte Anbieter ohne Markenzeichen uns erst einen Namen machen“, begründet Bock diese Aktivitäten. „Jaeger-Strike“ gibt es für 1,39 Euro. Wer es gratis haben möchte, muss mit den eingeblendeten Werbebannern leben.“
Doch die beiden Erfinder setzen ihre Kreativität nicht nur ein, um Weltraumschlachten zu schlagen, sondern haben auch ein Spiel für ein jüngeres Publikum veröffentlicht. In „Dr. Fiddle Treibstoffmixer“ muss ein Professor das richtige Benzingemisch für seinen Düsenanzug finden. Der Spaß für Kinder ab sechs Jahren ist ebenfalls im google-Play-Store erhätlich. „Natürlich nur kostenlos“, so Bock, „wir wollen schließlich nicht die Konten der Eltern anzapfen.“