Salzgitters KSB ehrt den freiwilligen Helfer Otto Strüh
Sportreferent Jens-Oliver Bludau mit Otto Strüh sowie Malte Paternoga (2. Vorsitzender im Kanu-Club), Sport- und Jugendwart Florian Liehr und dem Vorsitzenden Holger Braumann. Foto: ard

Salzgitters KSB ehrt den freiwilligen Helfer Otto Strüh

SZ-Üfingen. Es gibt viele Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich engagieren, ohne einen Cent dafür zu bekommen. Einer der Menschen ist Otto Strüh. Er leistet seit Jahrzehnten diese Arbeit für den Kanu-Club Salzgitter. Um seine Hilfsbereitschaft in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen, wurde er jetzt, für sein freiwilliges Engagement, anlässlich der Aktion „Ehrenamt überrascht“ des Landessportbundes Niedersachsen geehrt.

Nichtsahnend saß Otto Strüh im Vereinshaus in Üfingen in dem Glauben, gemeinsam, mit rund 30 Clubmitgliedern die Weihnachtsfeier zu zelebrieren. Viele verwirrte Blicke kamen auf, als plötzlich Jens-Oliver Bludau von der Sportregion Hildesheim-Peine-Salzgitter gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Kanu-Clubs, Holger Braumann, die Feier sprengte.
Außer den beiden wusste niemand von der Aktion. Zu zweit überreichten sie Otto Strüh eine Urkunde und eine Überraschungsbox. „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet. Das war wirklich eine sehr gelungene Überraschung“, freut sich der Ehrenamtliche. Und diese Überraschung hat er sich mühsam verdient. Seit 1964 ist er Mitglied im Sportklub und pflegt mit seinen 85 Jahren immer noch das Vereinsgelände, mäht den Rasen, schneidet die Hecken, pflanzt Blumen und schaut regelmäßig nach dem Rechten im Klubhaus.
Die Idee, sich im Kanu Verein anzumelden, hatte damals sein jüngster Sohn. Dank ihm entdeckte Otto Strüh seine Leidenschaft für das Kanufahren. Viele ereignisvolle Reisen unternahmen sie. „Wir waren oft unterwegs mit den Booten und fuhren alle Flüsse ab. Wir waren auch an der Nord- und Ostsee“, erinnert er sich. Durch die gemeinsamen Reisen entstanden gute Freundschaften, die bis heute noch anhalten. Aufgrund seines Alters, das auch körperliche Einschränkungen mit sich bringt, fährt Otto Strüh nicht mehr mit den Booten raus. Deshalb aus dem Klub auszutreten, kommt für ihn nicht in Frage.
Den Verein zu pflegen ist für ihn schon längst eine Herzensangelegenheit geworden. „Das hier ist wie mein zweites zu Hause. Ich bin sehr gerne hier. Wenn ich herkomme, will ich es auch schön haben“, erklärt der 85-Jährige. Dafür kommt er noch immer mit dem Fahrrad aus Thiede her. „Das hält mich fit“, verrät Otto Strüh. „Aber, wenn Glatteis ist, lass ich es sein. Dann ist Schluss“, sagt er lachend.
Otto Strüh wurde geboren am 27. Juni 1933 in Braunschweig. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Seine Ausbildung machte er zum Schuhmacher. Ab 1955 arbeitete er bis zu seiner Rente als Kranfahrer bei der Salzgitter AG. Einfach nur zu Hause bleiben und gar nichts tun, stand für ihn niemals zur Debatte, deshalb unterstützt er den Verein weiterhin tatkräftig. Wie viele Stunden er dort in seinem Leben verbracht hat, darüber hat er sich noch nie Gedanken gemacht. Klar ist jedoch, dass es zahllose sind. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von Otto Strüh wäre der Verein aufgeschmissen, weiß Vorsitzender Holger Braumann. „Ohne Otto wäre es hier das reinste Chaos. Wir hätten hier keine gefegten Wege oder keinen gemähten Rasen. Es ist heutzutage sehr schwierig, jemanden zu finden, der das gerne macht.“

Vereine können
sich bedanken
Die Überraschungsaktion läuft unter dem Dach des Projektes mit dem Namen Vereinshelden. Das ist eine gemeinsame Initiative des LandesSportBund Niedersachsen mit seiner Sportjugend und wird gefördert durch das Land. Die Plattform www.vereinshelden.org ist Teil einer umfassenden Strategie zur Stärkung des Ehrenamtes und Bürgerschaftlichen Engagements im Sport. Mit der „Vereinshelden-Kampagne“ wollen die Verbände den freiwillig Engagierten in den Sportvereinen ein Gesicht geben und „potentiell Engagierte“ gewinnen. Es geht um gute Beispiele für die tägliche Arbeit im Verein.