Neue Mitfahrbänke: Als Tramper in das Nachbardorf
Jetzt muss nur noch ein Autofahrer anhalten: Anwohner und Mitglieder Reinhard Schaare, Reinhard Lingner, Melanie Ahmann, Eva Schaare, Kimberly Reimann (9) und Regina Manchen warten an der Mitfahrbank. Foto: ard

Neue Mitfahrbänke: Als Tramper in das Nachbardorf

Baddeckenstedt. Schnell noch einen Einkauf erledigen oder den Arzttermin wahrnehmen – wer kein eigenes Auto besitzt, hat es oft sehr schwer. Die Vereinsmitglieder der Vielfalt Innerste haben das Problem erkannt und 18 Mitfahrbänke in der Gemeinde aufgestellt.

Die Situation mit den öffentlichen Verkehsmittel im Ort ist schwierig. „Zwar gibt es Busverbindungen, diese sind jedoch spärlich und werden hauptsächlich von Schülern genutzt“, erklärt Schriftführerin Melanie Ahmann. So sehe es in den Ortschaften der Samtgemeinde aus.
Mitfahrbänke sollen die Mobilität nun erleichtern. Im Unterschied zum Trampen setzt das Konzept auf das enge soziale Geflecht des ländlichen Raums. Die Einwohner können sich auf die Bank setzen und darauf warten, von einem Autofahrer mit in die umliegenden Gemeinden genommen zu werden. Wer nicht mit dem Fremden fahren möchte, der wartet einfach, bis ein bekanntes Gesicht anhält.
„Niemand ist verpflichtet, jemanden mitzunehmen oder bei jemandem mitzufahren“, erklärt Ahmann. Bedenken, dass Fremde den Dienst missbrauchen, hat die Schriftführerin nicht: „Man kennt sich im Dorf. Es sind keine unbekannten Menschen. Es dürfte hier keine Probleme geben, bei jemanden ins Auto zu steigen. Hier gilt es auf das eigene Urteilsvermögen zu vertrauen.“ Für Jugendliche ist ein Mindestalter ab 16 Jahren empfehlenswert. Weitere Mitfahrbänke stehen in Binder, Rhene, Wartjenstedt, Oelber am weißen Wege, Groß- und Klein-Elbe, Gustedt, Haverlah, Steinlah sowie Heere. Finanziert wurden sie aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen.