Lobende Worte beim Heringsessen in Salzgitter
Gedankenaustausch beim Heringsessen: Wirtschaftsminister Olaf Lies, Kammer-Geschäftsführer Ekkard Sudmeyer, Kreishandwerksmeister Gerhard Kunze sowie Oberbürgermeister Frank Klingebiel. Foto: pa

Lobende Worte beim Heringsessen in Salzgitter

SZ-Lebenstedt. Erst genau zuhören, dann kommt der Gaumenschmaus. Beim traditionellen Heringsessen der Kreishandwerkerschaft im Hotel am See lauschten die Gäste den Grußworten des Oberbürgermeisters Frank Klingebiel und des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, Ekkard Sudmeyer, sowie der Festansprache des niedersächsischen Wirtschaftsministers Olaf Lies.

Den Anfang bei der nunmehr 57. Auflage des Treffens machte aber Kreishandwerksmeister Gerhard Kunze. Er hob in seiner Begrüßung die Bedeutung des Meisterbriefes hervor und dankte insbesondere dem Minister dafür, dass die Politik diese Forderung des Handwerks uneingeschränkt unterstütze.

OB: „Wichtiger Faktor“

Oberbürgermeister Klingebiel erklärte: „Das Handwerk ist nicht nur ein traditionsbewusster Wirtschaftszweig. Es ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Niedersachsen und der Region.“ Trotz aller „lebensnotwendigen Umstrukturierungen“ habe die Stadt den Mittelstand und das Handwerk nie aus den Augen verloren.
Kammer-Geschäftsführer Sudmeyer prangerte das geforderte Dieselfahrverbot an. Er wies auf die immensen Integrationsleistungen der Handwerksbetriebe in der Flüchtlingsfrage hin: „Die Handwerker haben dreimal so viele Flüchtlinge durch Arbeit integriert als alle Dax-Unternehmen zusammen.“
Der Minister für Wirtschaft und Verkehr unterstützte Kunze in der Frage der drohenden Abschaffung der Meisterbriefe, die er ablehnt. Lies lobte die Stadt Salzgitter, „in der eine klare Sprache gesprochen wird“. Lies hob auch die Arbeit der Millionen Freiwilligen für die Flüchtlinge hervor und betonte: „Wir können auf unsere deutsche Gesellschaft stolz sein.“
Der Minister kann nicht verstehen, dass viele Menschen hoch unzufrieden seien, „obwohl unser Land wirtschaftlich nie besser dagestanden hat als zurzeit“. Man dürfe die Stimmung nicht denen überlassen, die alles nur schlecht redeten.

Lies: Digitaler „Vorreiter“

Lies forderte die Stärkung der Wirtschaftsregion zum Beispiel mit der Installation der Batteriezellenproduktion in Salzgitter. Mit dem Ausbau der A 39, der Weddeler Schleife und des Stichkanals sowie der Stärkung des ÖPNV wolle das Land bessere Rahmenbedingungen schaffen.
Als große Herausforderung sieht er die Digitalisierung der Arbeitswelt, mit Industrie 4.0 sei aber auch das Handwerk gemeint. „Niedersachsen muss hier Vorreiter werden und als Voraussetzung überall die 50 MB-Internetverbindung ermöglichen und 1 GB bis 2025“, forderte Lies zum Schluss. pa