Salzgitter: Fast jeder kann sich eine Eigentumswohnung leisten
Stift anspitzen – und spitz nachrechnen: Wer kann sich mit welchem Nettoeinkommen ein (Reihen-)Haus oder eine Eigentumswohnung leisten? Das Pestel-Institut hat den regionalen „Wohnungskauf-Check“ gemacht. Foto: William Diller

Salzgitter: Fast jeder kann sich eine Eigentumswohnung leisten

Salzgitter. In Salzgitter könnten künftig mehr Menschen in einem Zuhause wohnen, das ihnen auch selbst gehört. Das zeigt eine Modellrechnung des Pestel-Instituts (Hannover), bei der es darum geht, die Chancen zu ermitteln, mit denen Mieter zu Wohnungseigentümern werden.

Demnach kann in der Stadt Salzgitter die Wohneigentumsquote von derzeit 49 Prozent noch gesteigert werden. Das Pestel-Institut hat in seinem regionalen „Wohnungskauf-Check“ – speziell zugeschnitten auf den Wohnungsmarkt in Salzgitter – berechnet, wer sich als Mieter künftig ein Reihenhaus oder eine Eigentumswohnung leisten kann, und das mit solider Finanzierung.
Voraussetzung ist, dass der Staat sie dabei durch ein Programm mit langfristigen Krediten über die KfW-Förderbank unterstützt und ihnen Sicherheit bei den Zinsen gibt – anders als Kreditinstitute, die in der Regel keine Niedrigzinsen auf Dauer bieten. Weitere Bedingung: Das Land soll für einen Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer sorgen. Diese Forderungen unterstützt die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“, die das Pestel-Institut mit der Regio-Analyse beauftragt hat.
Konkret geht es dabei um den Kauf eines Reihenhauses mit 100 Quadratmetern Wohnfläche in mittlerer Lage und guter Bausubstanz. Dies kostet in Salzgitter nach dem aktuellen Immobilien-Preisspiegel der LBS rund 115.000 Euro. Dazu kommen noch einmal etwa 14.000 Euro an Kosten, die beim Kauf anfallen.
„Würde der Staat über 30 Jahre hinweg einen Kredit zum festen Zinssatz von 1,5 Prozent anbieten, wäre vielen in Salzgitter geholfen, die sich eine Immobilie anschaffen wollen, um selbst darin zu wohnen“, sagt Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts. Auf dieser Grundlage würde einem Haushalt in Salzgitter ein Nettoeinkommen von 1.550 Euro pro Monat reichen, um sich das Reihenhaus anzuschaffen, bei einem Eigenkapital von 20 Prozent – also einem „Startkapital“ von rund 26.000 Euro. Dabei sollten 30 Prozent des Einkommens, das der Haushalt monatlich netto zur Verfügung hat, in die Finanzierung der Immobilie fließen.
Bedingung immer: Der Staat bietet ein entsprechendes Kreditprogramm. Genau daran, so Günther, hapere es allerdings. „Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage wurde die Förderung von Wohneigentum in Deutschland faktisch eingestellt“.
Mit einer Eigentumsquote von bundesweit rund 45 Prozent liege Deutschland im Europa-Vergleich auf dem drittletzten Platz.

www.wohn-perspektive-eigentum.de