Flüchtlingsfrauen in Salzgitter lernen radfahren
Was hierzulande selbstverständlich ist, ist für viele Flüchtlingsfrauen Neuland: Das Radfahren.

Flüchtlingsfrauen in Salzgitter lernen radfahren

Fredenberg. Mobil sein – ein Wunsch, den die meisten Flüchtlinge und Asylbewerber auch in Salzgitter hegen. Ein Fahrrad ist in der Regel das erste Fortbewegungsmittel, doch insbesondere Flüchtlingsfrauen haben in ihrer Herkunftskultur das Radfahren meist nicht gelernt. Aus diesem Grund hat die Diakonie mit den Stadtteiltreffs Seeviertel-Treff und Diakonie-Treff einen Fahrradkurs für Flüchtlinge angeboten, den nun sieben Frauen und ein sechsjähriges Kind aus Syrien mit Erfolg absolvierten.

An insgesamt zehn Tagen wurde mit zwei Trainerinnen und drei Praktikantinnen je 2 Stunden täglich der Umgang und das selbständige Fahren mit dem Zweirad geübt. Dank der Kollekte für Flüchtlinge von der Kirchengemeinde Stiftskirche Steterburg und der Martin-Luther Gemeinde konnte der Kurs finanziert werden. Diakoniebeauftragte Petra Behrens-Schröter ehrt besonders den Mut der Frauen. „Als Erwachsener ist es deutlich schwieriger, dass Fahrradfahren zu erlernen. Es muss erst wieder gelernt werden, sich von einem Sturz nicht abschrecken zu lassen.“ Mit dem Fahrradkurs werde nicht nur eine neue Fähigkeit gewonnen, sondern insbesondere das Selbstwertgefühl der Flüchtlinge gestärkt. „Es wird ihnen damit ein kleines Stück Freiheit geschenkt“, sagt Behrens-Schröter. Eine Unterweisung der Polizei zur Sicherheit im öffentlichen Verkehr soll als nächster Schritt folgen. Aufgrund der großen Nachfrage ist bereits ein weiterer Kurs in Planung, dieser soll nach dem Fastenmonat Ramadan stattfinden. Zur Finanzierung hofft die Diakonie auf weitere Spenden.