Kreis Gifhorn setzt Alkoholtestkäufe fort „Bisherige Aktionen zeigen Wirkung“: Kreisjugendpfleger ist zufrieden
„Kein Kavaliersdelikt“: Der Landkreis testet weiter, welche Geschäfte verbotenerweise Alkohol an Jugendliche verkaufen. Ein Jugendlicher haelt in einer gestellten Szene vor dem Spirituosen-Regal in einem Supermarkt in Soest eine Flasche Wodka in der Hand (Foto vom 27.10.07). Der Jugendarbeiter Marcus Grosser bewegt sich mit seinen Ideen am Rande der Legalitaet. Die gute Sache hat fuer ihn jedoch eindeutig den hoeheren Stellenwert als eine diffuse Rechtslage. Seit zwei Jahren initiiert er mit seinem Verein Pro Yougend e.V. in Weyhe bei Bremen mit Teenagern sogenannte Testkaeufe fuer Alkohol und stellt Einzelhandel wie Gastronomie auf die Probe. (zu ddp-Text) Foto: Michael Gottschalk/ddp

Kreis Gifhorn setzt Alkoholtestkäufe fort „Bisherige Aktionen zeigen Wirkung“: Kreisjugendpfleger ist zufrieden

Landkreis Gifhorn. Der Landkreis wird noch in diesem Jahr seine Alkoholtestkäufe fortsetzen. „Schnapsverkauf an Kinder und Jugendliche ist kein Kavaliersdelikt“, sagt Kreisjugendpfleger Bernhard Schuhose. Wer sich nicht an das Jugendschutzgesetz halte, müsse zahlen. Bußgelder zwischen 500 und 3000 Euro drohen. Schuhose zufrieden: „Die bisherigen Aktionen zeigen Wirkung, Mitarbeiter und Inhaber von Gaststätten Tankstellen, Kiosken und Supermärkten sind sensibilisiert.“
Gemeinsam mit der Polizei habe es erst kürzlich Testkäufe in der Samtgemeinde Meinersen gegeben. „Wir waren positiv überrascht – nur in einem Fall ist es dem von uns eingesetzten Jugendlichen gelungen, zwei Schachteln Zigaretten zu kaufen“, so Schuhose. Wenig später habe es nach Hinweisen auch Kontrollen in Spielhallen gegeben.
Auch einem Hinweis aus Leiferde sei die Kreisjugendpflege nachgegangen. „Dort konnten Kinder und Jugendliche bisher ohne Probleme an einem Automaten Zigaretten ziehen.“ Die zuständige Firma habe den Automaten inzwischen umgerüstet.
„Es geht uns nicht um das abkassieren, sondern um die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes“, rät Schuhose dazu, sich beim Verkauf von Zigaretten und Spirituosen im Zweifelsfall immer den Ausweis zeigen zu lassen. „Bei Unsicherheit grundsätzlich Nein sagen und den Verkauf verweigern“, lautet der Tipp. Ansonsten könne es teuer werden. Ertappte Mitarbeiter müssen 500 Euro Bußgeld zahlen, Inhaber sogar 1000 Euro und „Wiederholungstäter“ deutlich mehr.
Schuhose arbeitet eng mit Schulen zusammen, denn inzwischen seien Klebstoff und Deos gefährliche Ersatzdrogen. Auch eine andere Entwicklung bereitet Schuhose Sorge: „In Gifhorn ist es inzwischen fast einfacher eine Linie Koks zu besorgen als eine Flasche Schnaps zu kaufen.“