Peine: Die Hagelschäden fordern Dachdeckern einiges ab
Mit Hochdruck wird an den von Hagelschäden betroffenen Dächern gearbeitet. Der Schaden ist beträchtlich und es wird einige Zeit in Anspruch nehmen, bis alles behoben ist.

Peine: Die Hagelschäden fordern Dachdeckern einiges ab

Ob Dachdecker, Zimmermann oder auch Glaser & Co. – das regionale Handwerk hat nach den immensen Hagelschäden im vergangenen Monat alle Hände voll zu tun. Denn auch wenn zahlreiche Schäden an Dächern, Fassaden sowie Vordächern, Glasflächen und Fenstern durch die enorme Einsatzbereitschaft der Unternehmen und Mitarbeiter – auch an den Wochenenden – notdürftig repariert wurden,  wird es noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wirklich alle Häuser wieder hergerichtet und sämtliche Spuren der Katastrophe beseitigt sind. „Landunter“, heißt es vielerorts.

„Wir arbeiten absolut am Limit und geben wirklich alles, um der Lage Herr zu werden“, heißt es in den Betrieben. Doch das Schadenaufkommen sei einfach immens und in vielen Fällen würden im Laufe der Reparaturarbeiten zusätzliche, bisher unentdeckte Schäden aufgedeckt, die dringend repariert werden müssen.

Löcher in den Dachfensterrahmen, Feuchtigkeit in Dach und Mauerwerk sowie Schäden an Verlattung und Unterbau seien nur kleine Auszüge aus der Fülle an Zusatzschäden, die oft erst später entdeckt werden. Daher gelte es, sämtliche Defekte aufzuspüren und in den kommenden Wochen und Monaten systematisch zu beseitigen. Leider könne es in dem einen oder anderen Fall zu zeitlichen Verzögerungen kommen, doch: „Wir bitten unsere Kunden um Geduld und Verständnis, wir machen wirklich alles möglich, um rasch eingreifen zu können“, heißt es bei den Experten. Doch angesichts der Flut von Aufträgen und Bitten um Kostenvoranschläge seien zahlreiche Unternehmen derzeit einfach hoffnungslos überlastet.

Zustimmung der Versicherungen

Außerdem sei zu bedenken, dass die Handwerker wirklich erst aktiv werden können, wenn die Hauseigentümer mit ihren Versicherungen geklärt haben, welche Schäden überhaupt übernommen werden. Angesichts der zigtausend Schadensmeldungen kämen aber selbst die Versicherungen kaum noch hinterher.

Zudem machen den Betrieben in vielen Fällen die Industrieferien zu schaffen, die zu Lieferengpässen bei den benötigten Baumaterialien führen. Denn egal, ob Ziegel oder Dachsteine, Oberlichter, Dachfenster oder auch Vordächer und anderes – nach einem derartigen Ansturm sind die Lager der Hersteller und Großhändler irgendwann schlichtweg geräumt. Bei Sondermaßen und Ex-traanfertigungen fernab von Standardprodukten sei ohnehin mit erheblichen Verzögerungen zu rechnen, auf die der Handwerker keinerlei Einfluss hat.

Dennoch oder gerade deswegen warnt der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks ausdrücklich vor der Inanspruchnahme so genannter „Dachhaie“, die insbesondere im Nachgang derartiger Unwetter als mobile Handwerkskolonnen auftreten und fachlich unqualifizierte Arbeit zu völlig überhöhten Preisen anbieten. Nicht selten würden die Schäden dadurch noch vergrößert.

Kompetente Innungsbetriebe

Deshalb empfiehlt Ulrike Heuberger, Sprecherin des Bundesverbandes, bei anstehenden Dach-, Fassaden- und Abdichtungsarbeiten ausschließlich kompetente Innungsbetriebe einzuschalten. „Dabei kann der Hausbesitzer darauf vertrauen, dass er Qualitätsarbeit vom Fachmann erhält“, betont sie. Alles andere könne für den Kunden böse enden und mit viel Ärger verbunden sein. Denn die von den unseriösen Betrieben bearbeiteten Flächen müssten meist komplett abgerissen und völlig neu aufgebaut werden, so dass sich das einstige Argument „Kostenersparnis“ letztlich als teure Kostenfalle entpuppt.

Finger weg von Billigangeboten

Woran sich unseriöse Betriebe erkennen lassen? „Die Alarmglocken sollten schrillen, wenn jemand seine Dienste unaufgefordert an der Haustür oder auch per Telefon anbietet“, warnen Experten. Steht dann noch das Gerüstfahrzeug samt Team einsatzbereit an der Ecke, sei höchste Vorsicht geboten. Wird dann noch um Barvorauszahlung gebeten, ohne dass ein detailliertes Angebot zur Vorlage bei der Versicherung erstellt wurde, sei klar, dass es sich dabei keinesfalls um ein seriöses Unternehmen handeln kann.

Also: Finger weg von vermeintlichen Billigangeboten, die das Dach des Gebäudes auf Dauer alles andere als schön machen.